Pius-Gymnasium: Mahdeyi soll in Deutschland bleiben

Von: Svenja Pesch
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Freunde, Lehrerkollegium und Klassenkameraden setzen sich für sie ein: Mahdeyi Rustami soll dauerhaft in Deutschland beiben. Foto: MIchael Jaspers

Aachen. Sie sind fassungslos und haben Angst. Angst, dass Mahdeyi Rustami, genannt Hedi, sie verlassen und zurück in ihre Heimat muss. Hedi stammt aus Afghanistan und ist 2016 mit ihrer Familie nach Deutschland geflohen. Im März vergangenen Jahres traf der Schulleiter des Pius-Gymnasiums, Dr. Josef Els, erstmals auf das Mädchen mit den dunklen Augen und dem freundlichen Gesicht.

„Sie war bis dato in der Grundschule Höfchensweg und hat sich dort wunderbar integriert. Wir erfuhren, dass sie absolut für das Gymnasium geeignet sei und so kam es, dass sie mit dem neuen Schuljahr als neue Schülerin zu uns kam“, sagt Els.

Aufgrund ihrer sehr guten Sprachkenntnisse und schulischen Leistungen, besuchte sie statt der internationalen Klasse des Gymnasiums sofort die Regelklasse von Lehrerin Eva Leesmeister. Hedi folgte nicht nur dem Unterricht problemlos, sie lernte schwimmen und wurde von Tag zur Tag fester Teil der Schulgemeinschaft. Aber vor allem fand sie etwas noch viel Wertvolleres: Freunde. Doch Hedis Familie drohte die Abschiebung. Zwei Tage vor Ablauf der gesetzlichen Frist legte die Familie Widerspruch gegen den Beschluss ein. Seitdem sind sie hier lediglich geduldet. Doch Hedis Freunde, Lehrer, Eltern und die gesamte Schulgemeinschaft wollen mehr. Für sie steht fest: Hedi muss bleiben.

So sammelten sie im Rahmen einer Petition insgesamt 1260 Unterschriften und wollen diese nun dem Landtag zukommen lassen. Die Forderung: Mahdeyi und ihrer Familie hier in Deutschland eine Zukunft bieten. „Wir sind fassungslos und können einfach nicht verstehen, wieso man Familie Rustami nach Afghanistan zurückschicken will, denn sie haben in ihrem Heimatland schreckliche und traumatische Erfahrungen gemacht“, betont Schülersprecher Jorim Soika.

Ihre Petition richten sie gezielt an Ministerpräsident Armin Laschet, mit der Hoffnung, dass er sich des Falles annimmt. „Noch vor den beginnenden Herbstferien schicken wir die Unterschriften ab. Hedi ist Teil der Schulgemeinschaft geworden und hier bestens integriert. Und da geht es in erster Linie gar nicht um ihre super Leistungen, sondern darum, dass ein netter und unglaublich sympathischer Mensch ein neues Leben begonnen hat. Ein Leben in Sicherheit“, ergänzt Els.

Die „Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft“, wie es der Schuldirektor nennt, ziehe sich durch alle Jahrgangsstufen. „Als Bischöfliches Gymnasium spielt bei uns auch die christliche Nächstenliebe eine Rolle und dementsprechend agieren wir“, betont Lehrerin und Koordinatorin der internationalen Klassen, Almut Straukamp-Korte.

Ob Hedi nun definitiv in Deutschland bleiben darf, wissen die Akteure nicht. Eine endgültige Entscheidung kann noch einige Monate dauern.

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