Aachen - Piraten wollen die „anderen” das Fürchten lehren

Piraten wollen die „anderen” das Fürchten lehren

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
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Entspannt in die heiße Phase des Wahlkampfes: Felix Bosseler (r.) und Kai Baumann wollen bei der NRW-Wahl den Aufstieg der Piratenpartei fortsetzen und in den Landtag einziehen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ob sie in Verbindung zu Seeräubern aus Somalia stehen, wollte kürzlich ein älterer Mann von Felix Bosseler und Kai Baumann am Stand der Piratenpartei wissen. „Das ist zwar ein heftiger Vergleich, aber so kommt man ins Gespräch”, sagt Baumann und lacht.

Auch in der „heißen Phase” des Wahlkampfs bleibt ein bisschen Zeit zum Schmunzeln - auch für die Aachener Landtagskandidaten der Piratenpartei.

Erst seit einem Jahr besitzen Baumann und Bosseler das Parteibuch, nun machen sie Werbung in eigener Sache auf dem Weg nach Düsseldorf. „Sind wir mal ehrlich”, sagt Bosseler, „die sogenannten großen Parteien unterscheiden sich heute doch kaum noch.” Politikverdrossenheit? „In Wahrheit geht es um Parteienverdrossenheit, weil die Unterschiede nicht mehr erkennbar sind”, ergänzt der 41-Jährige.

Der selbstständige Projektleiter (Bosseler) und der Angestellte (Baumann) haben ein Ziel: den NRW-Landtag. Dort wollen sie den „anderen”, wie sie CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke nennen, ab dem 9. Mai das Fürchten lehren. „Dass wir es als Direktkandidaten schaffen, ist unwahrscheinlich”, dämpft Bosseler große Erwartungen. „Aber natürlich haben wir den Anspruch, als Partei die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken.”

Internet, Zensur, Politik 2.0: Dass sie in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf computerverwandte Themen reduziert werden, stört die Piraten mittlerweile schon: „Wir sind mehr als nur Internet”, sagt Bosseler und verweist auf den Bildungssektor: Die Piraten fordern ein eingliedriges Schulsystem. „Die Ausbildung muss bis zur 7. Klasse auf einem Level bleiben”, präzisiert Baumann. Auch für die Abschaffung der Studiengebühren setzen sich die Piraten ein.

Die erfolgreichen Wahlen im zurückliegenden „Superwahljahr” auf Europa-, Kommunal- und Bundestagsebene haben Appetit gemacht. „Man spricht nicht mehr nur über, sondern mit uns”, sagt Baumann stolz. Die junge Partei will nun landesweit kräftig punkten. „Der Einzug in den Landtag ist kein Muss”, bremst der 37-Jährige. Er will aber ebensowenig als „Spaßkandidat” gelten: „Für den Fall der Fälle muss man natürlich bereit sein”, sagt auch Felix Bosseler. „Ich könnte das Mandat mit dem Beruf vereinbaren.”

Überhaupt, ganz ohne Chancen würden die beiden nicht ins Rennen gehen. „In Aachen haben wir bei der Bundestagswahl schon die drittmeisten Stimmen bundesweit geholt”, sagt Bosseler stolz. Fast vier Prozent waren dies am 27. September. Die gelte es zu toppen.

Und wer weiß, vielleicht hissen die beiden Aachener Piraten ja ab dem 9. Mai ihre Flaggen wider Erwarten doch in Düsseldorf.
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