Aachen - Pilzbefall: Weitere Bäume an Wilhelmstraße werden gefällt

Pilzbefall: Weitere Bäume an Wilhelmstraße werden gefällt

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Sicherheitsmaßnahme: Vier Robinien an der Wilhelmstraße geht es nächste Woche an den Kragen. Foto: Michael Jaspers
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Die Bäume waren von Experten untersucht worden, nachdem Mitte Juni eine Robinie ohne Vorwarnung umgekippt war. Ein Pilz hatte die Wurzeln beschädigt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Von außen war es der Robinie auf der Wilhelmstraße vor dem Suermondt-Ludwig-Museum nicht anzusehen: Ein Pilz hatte den unteren Bereich des Wurzelwerks zerfressen. Die beschädigten Wurzeln konnten am Ende das Gewicht des Baums nicht mehr tragen. Deshalb kippte er im Juni überraschend quer über die Straße um – ein Autofahrer entkam mit Glück knapp einem größeren Unglück.

Der Wagen kam gerade noch so durch, bevor das Gehölz auf die Fahrbahn krachte. Das Auto wurde nur leicht beschädigt. Ein weiterer Baum wurde seinerzeit vorsorglich ebenfalls gefällt. Eine anschließende Untersuchung zeigte: Auch hier waren die Wurzeln faul.

Um weiteren überraschenden Stürzen vorzubeugen, ließ der Aachener Stadtbetrieb nun auch die anderen Bäume an der Wilhelmstraße von Baumkontrolleuren aufwendig untersuchen, und zwar in einem Ausmaß, das „weit über die üblichen Baumkontrollen“ hinausgehe, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte.

Die Experten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass vier Robinien vor den Häusern Wilhelmstraße 16, 24, 65 und 97 ebenfalls gefällt werden müssen. Vor den Hausnummern 49/52 und 107 werden die stark zur Straße überhängenden Kronen zudem zurückgeschnitten. Weitere Bäume werden ab sofort engmaschiger kontrolliert, um im Zweifel rechtzeitig eingreifen zu können. Die Fällungen und Rückschnitte sollen nächste Woche erfolgen.

An welchen Tagen genau zur Säge gegriffen wird, konnte Björn Gürtler vom städtischen Presseamt am Donnerstag auf AZ-Anfrage nicht mitteilen. Während der Arbeiten werde die rechte Spur auf der Wilhelmstraße in Richtung Hauptbahnhof Schritt für Schritt für einen Bereich von rund 100 Metern gesperrt. Trotz Ferienzeit sei deshalb mit einer Beeinträchtigung des Straßenverkehrs zu rechnen. Schließlich handelt es sich bei der Wilhelmstraße um die meist befahrene Straße Aachens. Die Arbeiten werden anderthalb bis zwei Tage dauern.

Die Stadt wolle bald versuchen, neue Bäume nachzupflanzen, doch die an der Wilhelmstraße vorhandenen Baumstandorte entsprächen nicht mehr den heutigen fachlichen Anforderungen: „Häufig sind die in der Vergangenheit angelegten Baumscheiben zu klein oder die Zusammensetzung des Bodens ist nicht ausreichend für das Wachstum der Wurzeln.“ Dazu kommen noch Schadstoffe durch Verkehr, Streusalz und Hundekot oder -urin, Beparken der Baumscheiben, erhöhte Temperaturen durch Aufheizen von Fahrbahn und Fassaden, Wassermangel und Nährstoffarmut.

Es könne also an diesen Standorten nicht einfach nur nachgepflanzt werden. Die Baumgruben müssten optimiert werden. Aus diesem Grund sind vor den Baumpflanzungen Standortverbesserungen mit umfangreicheren Tiefbauarbeiten nötig.

Das Versetzen von Bordsteinen, der Aufbruch der Beläge sowie das Anlegen von größeren Baumgruben und die anschließende Verfüllung mit einem geeigneten Substrat sind Voraussetzungen für Neupflanzungen. Außerdem müssten solche Maßnahmen auch mit eventuell anstehenden Straßen- und Kanalarbeiten abgestimmt werden.

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