Aachen - Physikwoche der RWTH macht Lust aufs Studium

Physikwoche der RWTH macht Lust aufs Studium

Von: mas
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Tüfteln und Ausprobieren: Natürlich konnten die Schüler bei der Physik-Woche der RWTH Aachen den Phänomenen der Natur auch selbst nachspüren. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Vorlesung zur theoretischen Physik mit Schwerpunkt der Relativitätstheorie fanden Jakob Jürgens vom Leonhard-Gymnasium und Jan Vanberg vom Inda-Gymnasium am spannendsten. Jetzt sitzen sie gerade über einem Versuch zum Fotoeffekt.

Wie in jedem Jahr steht auch diesmal wieder das Thema Licht im Mittelpunkt, wenn Schüler der Oberstufe eine Woche lang an der RWTH in den Studiengang Physik reinschnuppern. „Es geht uns dabei gar nicht darum, neue Studenten zu akquirieren“, meint Professor Heidrun Heinke.

Im Mittelpunkt stehe dabei viel mehr, den Schülern eine Orientierungshilfe zu geben. Sie sollen sich ein Bild von dem machen, was sie während eines Physikstudiums an der RWTH erwarten würde.

Laser bis Röntgenlicht

Wie funktioniert ein Laser, wie kann man Röntgenlicht erzeugen und was unterscheidet ein menschliches Auge von dem Auge eines Fisches? Solchen und ähnlichen Fragen gehen die Schüler während ihres einwöchigen Aufenthaltes an der Uni nach.

Für die RWTH ist der Besuch der Schüler eine organisatorische Herausforderung, wie Heinke meint. Sie und ihre Mitarbeiter müssen sich auf die 34 Schüler aus der gesamten Städteregion in besonderem Maße vorbereiten. Denn Vorlesungen im herkömmlichen Sinne gibt es für die Schüler nicht. „Es sind eher Vorträge zu unterschiedlichen Themen“, meint Heinke. Doch sie erlauben den Besuchern, sich ein Bild von dem zu machen, was an der der Uni so verlangt wird.

Dario Mesquida Nogueira und Felix Grothaus vom Gymnasium Baesweiler brüten über einer Versuchsanordnung, die das menschliche Auge wiedergibt. Das Bild auf der Linse scharf zu bekommen, erweist sich als schwierig. Aber auch wenn nicht alles gleich auf Anhieb klappt, macht den beiden der Versuch großen Spaß.

Ein paar Tische weiter setzt sich eine andere Gruppe mit der Funktionsweise eines Fischauges auseinander. Der große Unterschied zum Menschenauge: Die Linse des Fisches ist kugelförmig.

Laut Heinke geht es dabei vor allem auch darum, zu zeigen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert. „Die meisten Schüler kommen zur Physik, weil sie sich die Welt erklären wollen“, meint sie. Auch die Erklärung des menschlichen Körpers käme an der Physik nicht vorbei.

Kein Wunder also, dass Fachbereiche wie Medizin aber auch Maschinenbau zu den Physikern kommen, um hier Praktika zu absolvieren. Für die Schüler aus der Städteregion ist der Besuch der Uni schon etwas ganz besonderes. „Wir suchen dabei auch den Kontakt zu den Lehrern“, betont Dr. Christian Salinga als Organisator des Projekts.

Denn der Austausch zwischen Schule und Uni erscheint ihm als besonders wichtig. Dass nur sechs Mädchen unter den diesjährigen Besuchern sind, bedauern alle Beteiligten sehr. Und hoffen in Zukunft auf eine bessere Quote. Etwa 20 bis 25 Prozent der Physik-Studienanfänger sind laut Salinga Frauen.

Der Besuch der Schüler an der Uni wird vor allem ermöglicht Dank der Bürgerstiftung der Sparkasse, die sich auch anderweitig in der Begabtenförderung engagiert. So unterstützt sie in Kooperation mit der RWTH eine sogenannte „Mint Cammp week“ für mathematisch-naturwissenschaftlich besonders begabte Schüler. Das Aachener Modell setzt schon in der Grundschule an und bietet begabten Kindern außerschulische Lernorte in unterschiedlichen Bereichen.

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