Phosphor-Theater: Tragikkomödie um Heiratsantrag

Von: Julia Gröbbels
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Immer zwischen Tragödie und Komödie: Die Darsteller und Darstellerinnen des Phosphor-Theaters laden ab dem 30. Mai zu „Tschechow undsoweiter...“ ins Theater 99. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wie komisch sind manchmal Menschen, denen nichts gelingen will, die schwächeln, sich stressen, hypochondrieren, dramatisieren, auf Prinzipien reiten und schließlich völlig die Kontrolle über sich selbst und ihre Emotionen verlieren? Mit seinen skurrilen Figuren gibt der russische Schriftsteller, Novellist und Dramatiker Anton Tschechow die Antwort: sehr komisch!

Der Theaterabend „Tschechow undsoweiter...“ des Phosphor-Theaters widmet sich auf liebevoll-spöttische Weise den Darstellungen menschlicher Schwäche. Bei dem bunten Tschechow-Reigen, der am Freitag, 30. Mai, im Theater 99 Premiere feiert, wird das vierköpfige Ensemble unter anderem die Komödien „Tragödie wider Willen“ und „Der Heiratsantrag“ auf die Bühne bringen.

„Wir haben uns darum bemüht, Verbindungen und Querverweise zwischen den Stücken herzustellen, so dass wir dem Publikum einen runden Theaterabend nach Tschechow bescheren können“, so Regisseur und Schauspieler Raphael Fachner. Er selbst übernimmt neben der Regie zusätzlich die Rolle des Erzählers, der das Publikum in die Materie einführen und auch Tschechows Erzählung „Der Dicke und der Dünne“ in den Abend mit einfließen lassen wird.

„Das Publikum erwartet ein Abend mit sowohl tragischen als auch vielen komischen Elementen“, kündigt Fachner an. Dabei seien die von Tschechow beschriebenen Charaktere zeitlos wie eh und je. Während bei der „Tragödie wider Willen“ die Geschichte eines Beamten erzählt wird, der völlig im Stress ist und den man heutzutage als Burn-out-Patienten bezeichnen würde, dreht sich im zweiten Teil des Abends alles um einen Heiratsantrag, bei dem alles schief geht, was nur schiefgehen kann.

Besonders die Verwandlung der Charaktere von gesitteten, an die gesellschaftlichen und moralischen Gepflogenheiten angepassten Menschen in rechthaberische, keifende Hysteriker ist ebenso bemerkenswert wie komisch.

„Beim Spielen merkt man sofort, ob ein Stück gut geschrieben ist oder nicht, und ersteres ist bei Tschechow definitiv der Fall“, berichtet Schauspielerin Katja Kuhlmann, die mit ihren Kollegen Hans-Jürgen Helsig und Stefan Peters den Spagat zwischen Tragik und Komik schafft. „Wir wünschen uns, dass diese Mischung auch beim Publikum gut ankommt“, so der Regisseur. Ganz sicher werde der ein oder andere auch den Nachbarn, Chef oder Freund in Tschechows Figuren wiedererkennen.

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