Philosophie trifft Politik: Vorträge und Diskussionen

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Philosophie ist längt überholt, und wenn überhaupt sind die komplexen Gedankengänge nur etwas für Leute vom Fach? Von wegen!

„Philosophie beschäftigt sich unter anderem mit den existenziellen Fragen der Menschheit, die betreffen jeden“, betont Jan Salzmann vom Eine Welt Forum. Gemeinsam mit dem Philosophischen Institut, dem Institut für Politische Wissenschaft der RWTH und dem „Logoi – Institut für Philosophie und Diskurs“ veranstalten die Akteure die nun zum fünften Mal stattfindende „Philosophische Matinee“ unter dem Thema „Philosophie trifft Politik“.

Sowohl politisch als auch philosophisch interessierte Menschen werden innerhalb der Veranstaltungsreihe zum Nachdenken und Austauschen eingeladen. Stefanie Schlößer vom Logoi freut sich auf die Termine. „Wir haben bisher immer die Erfahrung gemacht, dass im Logoi auch der letzte Platz belegt war. Leute jeden Alters und jeder Herkunft kamen zu den Vorträgen und viele beteiligten sich anschließend an anregenden Diskussionen.“

Migration und Ethik

Den Auftakt macht Dr. Annette Förster am 21. Mai. Innerhalb ihres Themas „Gerechte Grenzen oder grenzenlose Gerechtigkeit? – Migrationsethik und ihre Implikationen“ beleuchtet die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH verschiedene Positionen der Migrationsethik sowie damit einhergehende Problemstellungen. Prof. Dr. Wulf Kellerwessel widmet sich am 18. Juni dem Schwerpunkt „Ethik und Entwicklung des Philosophen Amartya Sen.“ Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften von 1998 ist einer der führenden Moralphilosophen und Wirtschaftsethiker der Gegenwart und ein Hauptvertreter des Befähigungsgesetzes. Kellerwessel, der am Philosophischen Institut der RWTH arbeitet und lehrt, erklärt die Grundpositionen Sens in ihrem Zusammenhang und im Kontext ihrer Begründung.

Einladung zum Mitreden

Den Abschluss der Matinee bildet am 9. Juli der Exkurs von Prof. Dr. Wilfried Hinsch. Innerhalb der „Ethik des Krieges“ diskutiert der Professor an der Universität in Köln, ob und inwieweit Menschenrechte geschützt werden müssen, selbst um den Preis, dass dabei Menschen getötet werden. Der führende Denker auf dem Gebiet der Moralphilosophie bietet Orientierung in einer hochemotional geführten Debatte. „Politik und Philosophie überschneiden sich in vielen Bereichen, und innerhalb der Matinee werfen wir einen philosophischen Blick auf politische Themen und erläutern das Zusammenspiel beider Richtungen“, so Förster. „Politik ist empirisch und geisteswissenschaftlich orientiert, und Theorie und Praxis ergänzen sich sehr gut. Philosophische und politische Themen werden hier absolut massentauglich präsentiert und laden jeden zum Mitreden ein“, ergänzt Kellerwessel.

Neben den Vorträgen, die jeweils um 12 Uhr beginnen, präsentiert Arthur Jaworski am 30. Juni die Ausstellung „Urbane Signaturen – politische Parolen an Aachener Wänden.“ Eröffnung ist um 18 Uhr im Logoi, Jakobstraße 25a. Der Eintritt ist frei.

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