Aachen - Philips legt im weltweiten LED-Wettrennen den Turbo ein

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Philips legt im weltweiten LED-Wettrennen den Turbo ein

Von: Stephan Mohne
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Farbenspiel: Dr. Hans-Helmut B
Farbenspiel: Dr. Hans-Helmut Bechtel forscht bei Philips daran, aus blauen LED weiße zu machen. Dazu braucht man Farbkonverter. Klingt einfach, ist es aber nicht. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es geht um Geld. Um sehr viel Geld. Und es ist ein weltweites Wettrennen. Wer gewinnt, kann Milliarde um Milliarde verdienen. Der Verlierer guckt in die Röhre. Wobei Röhren mit dieser Geschichte irgendwie auch zu tun haben.

Denn in jenen Hallen, die jetzt weiß getüncht sind, die nach Hightech aussehen und nach frischer Farbe riechen, sind vor nicht allzu langer Zeit noch Bildröhren für Fernseher zu Tausenden vom Band gelaufen. Vorbei, die Zeit. Jetzt wird dort Zukunft gemacht. Geblieben ist nur der Name des Unternehmens, dessen Mitarbeiter in Rothe Erde in diesen 4000 Quadratmeter großen Räumen eine Heimat gefunden haben: Philips.

OB gibt den Startschuss

„Lumiled Development Center Aachen” (LDCA) nennt sich das, was am Dienstag offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde, als Oberbürgermeister Marcel Philipp zusammen mit Philips-Verantwortlichen den ebenso berühmten wie symbolischen Startknopf drückte. In den Hallen hat Philips die Erforschung von LED (Licht emittierende Dioden) gebündelt. 20 Spezialisten sind dort zugange, bald schon sollen es 40 sein.

Sie sind es, die in besagtem Wettrennen den innovativen Turbo zünden wollen - und aus Philips-Sicht zünden müssen. Wer zuerst die besten LED entwickelt und vor allem zur Marktreife bringt, bei dem klingeln die Kassen. Weil nämlich die energiesparenden und langlebigen LED immer größere Verbreitung finden. Sie leuchten in Ampeln, in Autoscheinwerfern, in Taschenlampen, im Glühbirnen-Ersatz, im Handy-Blitz und, und, und. Noch nicht einmal annährend sind die Möglichkeiten der LED ausgeschöpft, meint Niels van der Veen, Leiter des Forschungslabors.

Kurios ist dabei, dass Philips vor nicht langer Zeit seine Forschungslaboratorien an der Eupener Straße geschlossen und nach Eindhoven verlagert hatte. Auch LED wurden dort erforscht. Jetzt hat Aachen wieder ein solches Labor, wenn auch sehr spezialisiert. Karl Spekl, Chef des Aachener Philips-Werks mit seinen rund 1500 Mitarbeitern, betont denn auch die Bedeutung der Neuansiedlung für den gesamten Standort. Was OB Marcel Philipp gar auf die ganze Stadt beziehen kann. Schließlich ist Philips seit Jahrzehnten einer der größten Arbeitgeber in Aachen.

Was die Forscher antreibt, klingt eigentlich gar nicht so schwierig. Sie wollen aus dem zunächst blauen LED-Licht mittels Farbumwandlungen zu einem reinen weißen Licht gelangen. Möglichst „warm” soll es auch noch sein. Dazu werden schlicht ausgedrückt Farbplättchen übereinander gestapelt, bis man zum gewünschten Ergebnis kommt. Das Geheimnis eines „guten” Lichts, der physikalische Aufbau, ist dann das, was einen guten von einem nicht so guten Koch unterscheidet - das Rezept, das gehütet werden will. Laut van der Veen leuchten in drei von vier Smartphones Philips-LED auf, wenn das Fotolicht eingeschaltet wird. Und im Rijksmuseum in Amsterdam wird jetzt Altmeister Rembrandt mit diesen Produkten in ein neues Licht gerückt.

„Nicht am Wachstumsende”

Was ist sonst noch drin für Aachen? Ein schier unglaublich lukratives Geschäftsfeld tut sich möglicherweise bald auf dem Gebiet der „Organischen LED” auf. Mit ihnen kann man nicht nur punktuelles Licht erzeugen, sondern ganze Flächen illuminieren. So können beispielsweise ganze Wohnzimmerfenster zu Leuchten werden. Karl Spekl denkt bei der Frage etwas länger über die Antwort nach und sagt salomonisch: „Wir in Aachen sind noch nicht am Ende unseres Wachstums.” Ende des Jahres wisse man schon mehr.
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