Pferd oder Pfanne: Das Turnier läuft sich warm

Von: Stephan Mohne
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Objektiv: Am Freitag rückten auch die Vierbeiner in den Blickwinkel des Publikums. Samstag und Sonntag soll der Sport im Mittelpunkt des Turniers stehen. Foto: Michael jaspers
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Youngster im Kreise der Starköche: Urs Lerch (22) tischte am Freitag unter anderem Maischolle mit Spargel auf. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Reitturnier für lau. In den Genuss eines Pferdespektakels in der Soers „för ömmesöns“ kommt man ja eher selten. Doch die Kurzfassung des CHIO, die gar kein CHIO ist, macht es möglich. Eintrittskarten sind also auch am Freitag – bis auf „Pferd & Sinfonie – tabu.

 „Weltfest des Pferdesports“ statt CHIO – da gibt es sie nach dem besuchermäßig eher mauen „Soerser Donnerstag“ dann einen Tag später auch zum ersten Mal in sportlicher Aktion zu sehen: Pferde. Wenngleich: So richtig Schwung kommt auch am Tag zwei von vier noch nicht in die Angelegenheit.

Ein eher kleineres Springen mit Nachwuchspferden – der „Youngsters Cup“ – steht auf dem Programm. Und danach noch ein „freiwilliges Springtraining“. Aber immerhin: alles für null Euro.

Apropos Youngster und Euro. Letztere sollte man trotz Eintrittsfreiheit in ausreichender Anzahl mit sich führen. Zumal, wenn man sich auf der „Gourmetmeile“ den Magen mit einigen Leckerchen in fester und flüssiger Form zu füllen gedenkt. Zum Beispiel mit „Maischolle mit karamellisiertem Spargel“. Klingt gut. Schmeckt auch so. Kredenzt wird das von Urs Lerch.

Der ist an diesem Freitag sozusagen der „Koch des Tages“, während es am Samstag Drei-Sterne-Mann Dieter Müller (Carpaccio von Curry und Zitronengras mit gebratenem Gamba, zehn Euro) und am Sonntag Luxemburgs Starköchin Léa Linster – sie bereitet Madeleines (zwei für vier oder sechs für zehn Euro) zu – sein werden.

Urs Lerch reiht sich also ein in die Reihe einiger der bekanntesten und besten Köche unserer Zeit. Dabei zählt er mit seinen 23 Jahren noch zum Nachwuchs – ein „Youngster“ eben. Was aber nicht viel heißen soll. Denn der junge Mann hat schon etliche Preise eingeheimst und wird in der Soers angekündigt als „bester Nachwuchskoch des Jahrgangs 2014 der Region Aachen“. Also einer, der durchaus auf dem Weg zu dem ist, was man „Starkoch“ nennt.

Wer sich schließlich an den Pferden stattgesehen und auf der Gourmetmeile – oder an der Frittenbude bei Pommes-Currywurst- Mayo, die für ihre Verhältnisse nicht weniger perfekt gebrutzelt werden – satt gegessen hat, der kommt am Abend noch in den Genuss einer auch beim „echten CHIO“ höchst beliebten Veranstaltung. Denn im Dressurstadion wird „Pferd & Sinfonie“ aufgetischt – jenes Showprogramm zu den Klängen des Aachener Sinfonieorchesters.

Zeitreise auf Rädern

Pferde gibt es dann wieder am Samstagmittag – mitten in der Innenstadt sogar. „Concours d‘Elégance“ – klingt gut, wird mehr als gut anzuschauen sein. Denn es handelt sich um einen prächtigen Kutschen-Korso. Höhepunkt dessen ist die Präsentation der 25 historischen, zwischen 100 und 200 Jahren alten Gespanne auf dem Markt. Oberbürgermeister Marcel Philipp wird ab 13.30 Uhr die Kutschen vor dem Rathaus begrüßen, insgesamt wird die Veranstaltung bis etwa 15 Uhr dauern.

Möglich gemacht hat diese „Zeitreise auf Rädern“ laut Stadt Siegward Tesch. Er sammelt die historischen Wagen und hat sie in einem Kutschenmuseum, der „Kutschenremise“ in Wiehl im Oberbergischen Land, auch ausgestellt. 21 Kutschen aus der Sammlung wird er in Aachen zeigen. Tesch: „Höhepunkt für uns alle wird die 16 Kilometer lange Streckenfahrt durch Aachen sein. So ein herrliches Bild sieht man nicht alle Tage. Zumal die Fahrer der Gespanne und ihre Gesellschaften auch noch im Stile der damaligen Zeit gekleidet sind.“

Der Kutschen-Korso beginnt am Samstag gegen 12.15 Uhr am Turniergelände. Der Weg: Hubert-Wienen-Straße, Eulersweg, Soerser Weg, Purweiderweg, Strüverweg, Schloßparkstraße, Roermonder Straße, Schurzelter Straße, Vaalser Straße, Jakobstraße, Klappergasse, Rennbahn, Johannes-Paul-II.-Straße, Ritter-Chorus-Straße zum Katschhof. Der Rückweg: Ritter-Chorus-Straße, Marktplatz, Großkölnstraße, Mostardstraße, Neupforte, Seilgraben, Alexander-straße, Sandkaulstraße, Krefelder Straße, Soerser Weg.

Und auch sportlich wird Samstag und Sonntag natürlich aufgedreht – mit vielen Prüfungen und natürlich dem Anlass und Höhepunkt dieses „Weltfests“, dem Großen Preis von Aachen, der heutzutage offiziell „Rolex Grand Prix“ betitelt ist. Ab Samstag hat es sich allerdings auch mit Reitturnier für lau. Macht nix. Schließlich sagte schon Albert Einstein: „Was nichts kostet, ist nichts wert.“

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