Pfarrer Wilhelm Jansen stirbt im Alter von 77 Jahren

Von: pep
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Wirkte 35 Jahre als Pfarrer an St. Laurentius in Laurensberg: Wilhelm Jansen ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein hingebungsvoller Seelsorger, ein inspirierender Prediger, ein Mann, der für geistige Beweglichkeit ebenso stand wie für Beständigkeit im Gemeindeleben: Wilhelm Jansen, von 1976 bis 2011 Pfarrer von St. Laurentius in Laurensberg, ist am Mittwoch nach langer schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren gestorben.

Er war ein Mann des Zweiten Vatikanischen Konzils, also einer Kirche, die sich öffnet und auf Gläubige baut, die frei und selbstbewusst ihren Glauben praktizieren und das Leben in ihrer Gemeinde gestalten. Die Aufbruchstimmung jener Jahre, das neue Denken, die frische Luft haben Wilhelm Jansen beflügelt.

Er war liberaler, als er sich gab und seine Kirche sowie viele junge Priester bis heute sind. Aber, so entsprach es nun mal seinem Pflichtgefühl, er war auch immer ein Fels in der Brandung; überschwappen sollte nichts.

35 Jahre lang leitete er seine Pfarre - konsequent, unermüdlich, integrierend. Er stellte hohe Ansprüche an sich selbst und an seine Gemeinde, vor allem an die Gestaltung der Liturgie. Es kam ihm immer auf eine Messfeier an, die die Menschen anzieht und nicht anödet: zeitgemäß, aber ohne modischen Schnickschnack, niveauvoll und musikalisch vorbildlich, nicht zuletzt - für ihn ganz entscheidend - kindgemäß.

Lebensnah und kritisch

Modern und klar im Ton, lebensnah und kritisch im Inhalt - so predigte er mit dem unbedingten Willen, Orientierung und Halt zu geben.

Wilhelm Jansen war ein Mann, der sich seiner Sache und seines Glaubens sicher war, aber Anderen nichts aufdrängen wollte. Häufig vermittelte er den Eindruck, er leide unter mancher Verkrampftheit und Festungsmentalität seiner Kirche; an die große Glocke hängte er das nicht. Was ihn als Priester und gläubigen Christen angeht, konnte er nicht auf die leichte Schulter nehmen; es hätte seinem Naturell widersprochen.

Privat war Wilhelm Jansen bescheiden, fast schüchtern im Auftreten, ein bisschen spröde, kein Mann vieler Worte - schon gar nicht über sich selbst. So ernst, wie er wirkte, war er nicht, sondern lebenslustiger und humorvoller, als er zu erkennen gab. Seine Leidenschaft war die Musik - die der Kirche und die der Oper.

Als Jansen Anfang des Jahres - längst gezeichnet von seiner schweren Krankheit - sein Goldenes Priesterjubiläum feierte, dankte ihm sein Nachfolger in Laurensberg mit bewegenden Worten: „Wir haben viel von Dir gelernt - Leidenschaft, Mut und Entschlussfreude im Geist des Konzils“, sagte Josef Voß, Jansens engster Freund, der ihn bis zuletzt liebevoll und treu umsorgte.

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