Aachen - Pfarrer Dr. Herbert Kaefer: Ein mutiger Mann, der auch aneckt

Pfarrer Dr. Herbert Kaefer: Ein mutiger Mann, der auch aneckt

Von: kre
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Auszeichnung für einen engagierten Priester: Dr. Herbert Kaefer (links) wurde von Misereor-Hauptgeschäftsführer Professor Josef Sayer (rechts) und dessen Mitarbeiter Johannes Schaaf geehrt. Foto: Misereor

Aachen. „Ich verdanke Misereor viel mehr, als ich geben könnte”, sagte Dr. Herbert Kaefer bescheiden. Der Pfarrer ist ein Mann der Tat, einer mit Rückgrat, einer, der aneckt. Für sein ehrenamtliches Engagement zeichnete ihn das Hilfswerk Misereor aus.

Kaefer wurde 1938 in Düren geboren und wuchs in Gemünd auf. 1964 empfing er die Priesterweihe. 1976 bis 2003 war er Pastor von St. Germanus in Haaren. In Aachen war er maßgeblich an der Gründung des Café Zuflucht und am Aufbau der französischsprachigen Afrikanischen Gemeinde im Bistum Aachen beteiligt.

Misereor-Mitarbeiter Johannes Schaaf würdigte in der Laudatio während einer Festmesse im großen Foyer Kaefers schon in den 70-er Jahren aufflammenden Einsatz für Flüchtlinge.

1978 kamen die ersten zwölf Asylanten nach Aachen und wurden Im Feldchen untergebracht. Als daraus über 100 und der Unterbringungszustand kritisch wurden, begann der Pfarrer sich einzumischen. Das wurde jedoch nicht immer gern gesehen.

„Mein Denken und Reden wurde von manchen Gemeindemitgliedern und Kollegen als links abgetan, man warf mir in Beschwerden an den Bischof sogar politischen Missbrauch der Bibel vor”, resümiert Kaefer. Derartiges über Jahre zu hören, habe ihn belastet. Bei Misereor habe er dann Rückendeckung bekommen.

Und erst, als der streitbare Priester 1991 für seinen Einsatz für Flüchtlinge und für die Beratung von Kriegsdienstverweigerern den Aachener Friedenspreis erhielt, so Schaaf weiter, sei die Stadt kooperativ geworden.

1983 war Herbert Kaefer zum ersten Mal auf Besuch bei einem Misereor-Projekt in Gambia. Es folgten Visiten in Brasilien, Indien, El Salvador, Ghana, Madagaskar. In Deutschland unternimmt er viele Vortragsreisen für das Hilfswerk.

Misereor-Chef Professor Josef Sayer: „Gerade weil er aus der Gemeindearbeit kommt, macht er sich glaubwürdig.” Misereor verleiht die silberne Nadel einmal jährlich.
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