Pfadfinder setzen Friedenslicht aufs Gleis

Von: Ricarda Timm
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Erhellende Begegnung: Bürgermeister Norbert Plum, Weihbischof Johannes Bündgens, Diözesankurat Thomas Schlütter und die Pfadfinder bei der Ankunft des Friedenlichtes am Hauptbahnhof. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Auf dem Vorplatz des Aachener Hauptbahnhofs bildete sich am dritten Advent gegen 14 Uhr ein riesiger Menschenkreis. Viele von ihnen hatten kleine Laternen dabei, andere trugen Farnen oder Banner. Eine Demonstration? Nicht ganz.

Bei unangenehmem Nieselwetter hießen ungefähr 250 Pfadfinder und andere Aachener das Friedenslicht aus Bethlehem willkommen. Thomas Schlütter, Diözesankurat und geistlicher Leiter der Deutschen Pfadfinderschaft Stankt Georg, betonte: „Gerade heute, wo Pegida gleichzeitig demonstriert wollen wir natürlich Flagge zeigen und demonstrieren, dass das Licht Christi für alle Menschen leuchtet.“

Vom Hauptbahnhof ging es dann bis zur Kirche Heilig Geist. Das Motto der diesjährigen Aussendung lautet „Hoffnung schenken – Frieden finden“ und steht ganz im Zeichen der Gastfreundschaft, im Besonderen für Menschen die auf der Flucht sind.

Gerade deswegen war auch Bürgermeister Norbert Plum dabei. Wenn so etwas in Aachen als Zeichen von Frieden und Toleranz stattfinde, sei das für ihn selbstverständlich. Auch an geistlicher Unterstützung mangelte es nicht. So nahm auch Weihbischof Johannes Bündgens an der Aussendung teil. „Wie auch viele Flüchtlinge kommt das Friedenslicht ja aus dem Orient und kann so ein Gegenzeichen setzen“, erklärte Bündgens.

Die Aussendung des Friedenslichtes aus Bethlehem ist mittlerweile eine große Tradition in Europa, aber auch in anderen Teilen der Welt. Der österreichische Rundfunk hatte sie vor 25 Jahren für seine Hörer ins Leben gerufen – und so kommt es, dass das Licht von Wien aus seinen Weg in die weiteren europäischen Gemeinden findet. Für Aachen waren Gülsen von Thenen, Annika Müller und Dietmar Müller am Donnerstag gemeinsam als Teil der deutschen Pfadfinderdelegation nach Wien gefahren. Dort wurde das Licht aus Bethlehem in einem Aussendungsgottesdienst den internationalen Delegationen weitergegeben.

Als Abschluss wurde noch ein internationales Essen organisiert und am Sonntag fuhren die drei Aachener in einem Sonderzug mit 50 anderen Pfadfindergruppen Richtung Aachen. Eine heikle Sache – die deutsche Bahn hatte extra Leitlinien für den Transport des offenen Lichtes bekanntgegeben. Beispielsweise durften immer nur zwei Lichter gleichzeitig brennen – aus Sicherheitsgründen. Auch auf dem Transport wurde das Licht weiter verteilt. An den Haltebahnhöfen, wie beispielsweise Stuttgart, wurde das Licht an wartende Pfadfinder weitergegeben.

In der Kirche Heilig Geist wurde der Zug bereits von weiteren Pfadfindern, Gläubigen und dem Chor des Pius-Gymnasiums empfangen. Die drei Botschafter der Aachener Pfadfinder trugen das Licht in den zwei Behältern nach vorne, um es dort auf weitere Kerzen zu übertragen und es an Aachener Gemeinden und Bürger weiterzugeben.

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