Aachen - Pfadfinder: Es fehlt der Nachwuchs

Pfadfinder: Es fehlt der Nachwuchs

Von: Lea Pohlmann
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Aachen. Eine Freizeitaktivität für Kinder, bei der sie sich austoben können, neue Dinge lernen und wo der Spaß nicht zu kurz kommt: Nach so etwas suchen viele Eltern. Doch was ist neben der Schule noch zu schaffen? Der Beitritt zu einer Pfadfindergruppe ist eine Möglichkeit. Dieser findet heute allerdings eher im Ausnahmefall statt, berichteten die Pfadfinderinnen Therese Liegmann und Svenja Gorgels.

Sie sind Mitglieder beim PSG Stamm Verlautenheide und investieren seit vielen Jahren Zeit in den Verein. Dieser hat aktuell 70 Stammesmitglieder, von denen 15 aktive Teilnehmer sind und zehn eine Leitungsposition übernehmen. „Das sind leider zu wenig“, erklärte Gorgels. Die 24-Jährige ist seit 16 Jahren in dem Pfadfinderstamm tätig und ist Teil des Stammesvorstands. Als mögliche Ursache für die niedrige Besetzung nannte sie die Verbreitung der Angebote des Pfandfinderstamms: „Uns kennt leider keiner“, bedauerte sie.

Ein weiterer Grund, wieso es immer schwieriger wird, neue Mitglieder zu begrüßen, erklärten sich die jungen Frauen mit dem Angebot der Ganztagsschulen. „Wir haben die Rückmeldung vieler Eltern, dass es den Kindern einfach zu viel wird“, sagte Gorgels.

Die Kinder hätten nach der Schule keine Energie mehr, sich in Vereinen zu beschäftigen und stünden unter großem Leistungsdruck. Dass aber gerade die Abwechslung vom Schulalltag, die Beschäftigung mit anderen Kindern und das Nahebringen der Natur von großer Bedeutung seien, darüber waren sich beide Pfadfinderinnen einig: „Wir bringen den Kindern bei, das Leben auch abseits der digitalen Welt zu schätzen. Wir erleben hier richtige Abenteuer!“

Und davon nicht gerade wenig: Neben einer wöchentlichen Gruppensitzung von anderthalb Stunden, stehen außerdem Tagesausflüge, Spiele und Basteleinheiten auf dem Programm. Ein Highlight ist die Lagerfahrt, welche einmal im Jahr stattfindet. „Hier kommt der ganze Stamm zusammen. Wir bauen unser Lager selber auf, inklusive Bänken und Tischen, die wir nur aus Holz und Stricken herstellen. Das gemeinsame Aufbauen stärkt den Gruppenzusammenhalt und man ist echt stolz auf sich“, berichtete Liegmann. Sie ist 18 und ist Gruppenleiterin einer so genannten „Wichtel“-Gruppe. Als „Wichtel“ werden die Jüngsten bezeichnet. Den Pfadfindern kann man ab einem Alter von sechs Jahren beitreten.

„Wir fühlen uns hier wie eine große Familie. Man wächst sehr stark und vor allem sehr schnell als Gruppe zusammen. Wir nehmen jeden auf“, betonte die 18-Jährige. Man könne sich ganz unverbindlich einige Gruppensitzungen anschauen. Entscheide man sich dann für eine Mitgliedschaft beim PSG Stamm, müsse man einen Jahresbeitrag von 39 Euro bezahlen.

Ob der Verein in Zukunft neuen Zulauf findet, steht noch in den Sternen. Die zwei Pfadfinderinnen geben die Hoffnung aber nicht auf und freuen sich über jedes neue Mitglied.

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