Petrus ist kein Fan von guter Live-Musik

Von: Gerd Simons
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Den Sonnen- zum Regenschirm umfunktioniert: Sowohl beim Oppenhoffalleefest am Sonntag als auch beim Frankenberger Open-Air-Festival tags zuvor kam Veranstaltern wie Besuchern das schlechte Wetter in die Quere. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Jubiläumsfestival zum 20. Geburtstag des Frankenberger Open-Air stand unter keinem guten Stern. Petrus war an diesem Samstag offensichtlich kein Fan guter Live-Musik, öffnete immer wieder die Schleusen und schickte Regen vom Öcher Himmel, was viele Stammgäste davon abhielt, in den Park zu kommen und im Schatten der Burg Frankenberg mitzufeiern und handgemachte Musik zu genießen.

Selbst der Beginn des Festivals, der für 15 Uhr geplant war, musste nach hinter verlegt werden, da auf der Festivalwiese ein starker, gewittriger Regenguss niederging. „Wir konnten das Festival nicht mehr absagen, da schon alles aufgebaut war, die Bands bereits vor Ort waren - die entstandenen Kosten hätten gedeckt werden müssen”, erzählt Veranstalter Herbert Senden. „So haben wir das Beste daraus gemacht und sind mit einem blauen Auge davon gekommen”, fügte der 60-jährige hinzu.

Bisher nur einmal abgesagt

Nur einmal in der 20-jährigen Geschichte, Mitte der 1990er Jahre, hatte ein Open-Air-Festival aufgrund von Regen abgesagt werden müssen. Musikalisch hatte „Freakwave”, die Band um den Aachener Drummer Kessy Kessler, die Aufgabe des Anheizers. Die vor zwei Jahren gegründete Band rockte sich mit ihrem eigenen Stil, den sie Groovecore nennen, durch ihr Repertoir, zu dem auch die Songs ihrer von Peter Sonntags produzierten Debüt-CD „Does it hurt?” gehören, und wusste zu überzeugen. Derzeit bereitet sich der Vierer, zu dem noch Sascha Balduin, Rene Pelzer und Heiko Jantos gehören, auf eine Deutschlandtour und auf die Produktion einer neuen CD vor.

Nach „Freakwave” wurde das Lagerfeuer entzündet, und die gleichnamige Aachener Band „Lagerfeuer”, die es in der Kaiserstadt innerhalb von nur fünf Jahren zu Kultstatus gebracht hat, legte mit „Testify” und „Horse with no name” los. Die selbsternannte Abwehrdreierkette lockte mit ihrer handgemachten Musik auch Menschen in den Park, die bisher noch nicht dort zu Gast waren.

Rockige Zeitreise

„Lagerfeuer”, die Straßenmusik ohne Straße machen, begeisterten mit ihren Interpretationen bekannter Hits in der Sperrholzversion. Die drei Helden verzichten auf große elektrische Unterstützung, Bernd Weiss, Heiko Wätjen und Yannik la Roux reichen Wandergitarre, Kontrabass und Cajon. Sie rocken damit um die Wette und nehmen das Publikum mit auf ihre Zeitreise.

Auf musikalischer Reise waren auch „Holy Noses”, die zur vorgerückten Stunde und bei sehr herbstlich kühlen Temperaturen, unterstützt von einer tollen Lichtshow, eindrucksvoll bewiesen, dass Stars wie Gary Moore, Mr. Big, Robbie Williams und The Sweet neben ihren großen Hits noch weitere musikalische Diamanten in ihrem Repertoir haben.

Unmut über Ordnungsamt

Am Tag nach dem Rockfestival ging es im Frankenberger Viertel gleich weiter. Zum vierten Mal stand das Oppenhoffalleefest auf dem Mittelstreifen auf dem Programm. Auch hier hatten Besucher und Veranstalter schwer mit dem Regen zu kämpfen. In Regenpausen flanierten dennoch etliche Besucher über die Allee.

Für Unmut sorgte da nur das Ordnungsamt, das just an diesem Sonntag Überwachungskräfte abgestellt hatte, um Falschparker zu identifizieren. Manches Knöllchen landete hinter den Scheibenwischern - und viele Frankenberger fragten sich, ob das denn unbedingt sein musste.
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