Peter Sonntag und Reno Schnell veröffentlichen „Aequilibrium“

Von: Katharina Menne
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Bewegen sich mit ihrem neuen Album „Aequilibrium“ ganz außerhalb ausgetretener Pfade: die Musiker Reno Schnell und Peter Sonntag. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Mal laut, mal leise, mal rockig, mal jazzig, mal aufwühlend, mal nachdenklich – so kommt die neue Platte „Aequilibrium“ der international bekannten Aachener Musiker Reno Schnell, Peter Sonntag und Max Sonntag daher. Zusammen sind sie das „RPM Komplott“.

Dabei stehen die drei Buchstaben R, P und M nicht nur für die Anfangsbuchstaben der Bandmitglieder, sondern passenderweise auch für die physikalische Einheit „revolutions per minute“.

Das heißt zwar eigentlich „Umdrehungen pro Minute“ und ist ein Maß für die Frequenz, frei ausgelegt kann es aber auch den Musikstil des Trios bezeichnen: Sie denken sich in jeder Minute etwas Neues aus. Sie kennen keine Genregrenzen. Gattungen und Stilrichtungen verschmelzen zu etwas Neuem, nie dagewesenen. Es gibt kein Hauptthema, nur einen feinen roten Faden, der sich durch die Stücke zieht.

„Der wichtigste Bestandteil unserer Musik ist die Improvisation. Wenn man die Töne als Sprache versteht, dann ist die Improvisation die Chance, sich zusammen eine Geschichte auszudenken“, erzählt Bassist Peter Sonntag. Und das haben sie gemacht. Unterstützt wurden er, Gitarristin Reno Schnell und Schlagzeuger Max Sonntag dabei von Blechbläser Markus Plum und Keyboarder Martin Mersmann alias die „Psychedelic Dry Cleaner Band“. In den zwölf Tagen, an denen sie sich in ihr Studio zurückgezogen haben, erreichten sie eine außergewöhnliche Kommunikationsebene.

„Es war eine sehr intensive Zeit. Wir haben viel Spaß gehabt, gelacht und konnten uns fallen lassen. Da ist wirklich etwas Besonderes passiert. Wir sind uns menschlich noch näher gekommen – wenn das überhaupt noch geht“, beschreibt Sonntag. Jeder habe seinen Teil dazu beigetragen, dass das erschaffen wurde, was jetzt auf der neuen Platte zu hören ist. Jedes Stück fängt mit einem Improvisationspart an – das sei so noch nie vorgekommen.

Die Platte steht überhaupt am Ende eines sehr intensiven Abschnitts der Musiker. „In den vergangenen zwei Jahren hat sich im positiven Sinn einiges angestaut, was einfach raus musste. Da wussten wir, es ist Zeit für ein neues Album“, erzählt Sonntag. Entstanden sind knapp 100 Minuten pure Spielfreude. Die Atmosphäre der Stücke ist geprägt von der Atmosphäre der 60er und 70er Jahre und beeinflusst von Größen der Musikgeschichte wie Miles Davis, Frank Zappa, The Who und Pink Floyd. Denn die haben die musikalische Sozialisation der Band stark beeinflusst – den einen direkt, den anderen indirekt. Das schlägt sich in der schier unermesslichen Bandbreite der instrumentell möglichen Klangwelten nieder, die die Band erzeugt. Doch so wie die Musik auf die Platte gepresst ist, wird sie live nie wieder gespielt werden.

Das „RPM Komplott“ kennt keinen Stillstand. Die Geschichten werden immer weiter gesponnen und entwickeln sich als Reaktion auf das Publikum und die aktuelle Stimmung der Band stetig weiter. „Gesellschaftliche Themen spielen eine dominante Rolle in unserer Musik. Wenn die Themen unsere Stimmung beeinflussen, beeinflussen sie auch automatisch unser Spiel“, beschreibt Sonntag den fortlaufenden Entwicklungsprozess auf der Bühne.

Das ist für ihn auch der entscheidende Unterschied zu Schlager- oder Popmusik. „Sobald sich ein Schlagersänger Künstler nennt, möchte ich nicht mehr Künstler genannt werden. Künstlertum beinhaltet für mich auch Experimente und Entwicklung – und das tut weder die Schlager- noch die Popmusik.“ Dennoch sei er tolerant gegenüber der Unterhaltungsindustrie, fügt er beschwichtigend hinzu. Musik muss in seinen Augen die Seele berühren und nicht nur berieseln.

Mit „Aequilibrium“, was so viel heißt wie „Gleichgewicht“, zeigt die Band ihre Liebe zur freien Musik und wartet teilweise mit fast schon meditativen Klängen auf. Auch deshalb gibt Sonntag dem Hörer mit auf den Weg: „Zurücklehnen, annehmen, fliegen und erst zurückkommen, wenn die Musik vorbei ist.“

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