„Peter Pan“ im Das Da Theater: Reich der grenzenlosen Möglichkeiten

Von: Katharina Menne
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Die Proben zu „Peter Pan“ laufen auf Hochtouren: 40 Schauspieler mit und ohne Behinderung inszenieren das bekannte Stück völlig neu. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Behutsam dreht Peter Pan seiner Freundin Wendy das Gehgestell um und reicht ihr eine Hand zum Aufstehen. Die helfende Geste steht so nicht im Drehbuch, es ist eine Selbstverständlichkeit.

Denn im neuen Stück des Das Da Theaters stehen Schauspieler und Schauspielerinnen mit und ohne Behinderung auf der Bühne und präsentieren die Geschichte von „Peter Pan“, dem Jungen, der nicht erwachsen werden will. Sie alle vereint die Liebe zum Theater und das Ziel, das Publikum zu begeistern. „Jeder bringt sich ein mit dem, was er oder sie kann. Es gibt keine Grenzen, nur Möglichkeiten“, sagt Tom Hirtz, Regisseur und Geschäftsführer des Theaters.

Das Theaterprojekt ist nach „Momo“ im Jahr 2011 schon die zweite Kooperation des Das Da Theaters mit dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM). Das Ensemble zeigt gelebte Inklusion: Etwa Dreiviertel der 40 Darstellerinnen und Darsteller haben eine Behinderung. „Es ist eine sehr bereichernde Erfahrung, dass es mal nicht darum geht, was man nicht kann, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden“, sagt Britta Beckers.

Die 33-Jährige spielt Mrs. Darling, die Mutter von Wendy und ihren Brüdern. Seit ihrer Geburt sitzt Beckers im Rollstuhl und manchmal hat sie Schwierigkeiten beim Sprechen. Doch sie spielt ihre Rolle mit viel Leidenschaft und mag die Szenen am liebsten, in denen sie sich mit ihrem Bühnen-Ehemann streiten darf. Die Promotionsstudentin der RWTH Aachen ist ein Beispiel dafür, was man alles schaffen kann – wenn man nur will.

„Es soll keiner überfordert werden. Zur Not muss man eben die Ansprüche reduzieren oder die Rolle nochmal neu denken“, sagt Hirtz. Angefangen bei liebevoll gestalteten Kostümen und Bühnenbildern, über die Choreographie hin zur eigens komponierten Musik ist alles an die Bedürfnisse der Darsteller angepasst.

Auch die Auf- und Abgänge der Bühne sind komplizierter mit Rollstuhl. Aber durch Rampen oder eine geschickte Einbindung in das Stück wird für alles eine Lösung gefunden. Der Umgang der Schauspieler miteinander ist sehr aufmerksam. Jeder schaut auch nach rechts und links und hilft anderen. „Viel mehr als in einer regulären Produktion“, findet Elena Lorenzon (35), Teil des Das Da Ensembles und der einzige Vollprofi unter den Darstellern.

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