Peter Heuser schreibt Gedichte über Liebe, Aachen und die Welt

Von: Katharina Redanz
Letzte Aktualisierung:
11040483.jpg
Peter Heuser hat seinen neuen Gedichtband vorgestellt.

Aachen. „Die Stadt trägt bunt/ Sommerblütenzauber/ Brunnen säuseln/ Straßenmusikanten/ haben sich angesagt/ alle Sonnen aufgedreht.“ So lauten die ersten sechs Zeilen eines Gedichts über Aachen. „Es sing und swingt/ in allen Gassen/ in den Schaufenstern/ tanzen gut betuchte Puppen“, geht es weiter.

Selbst bei ungemütlichem Wetter fällt es beim Lesen des Gedichts leicht, sich an die warmen Tage in der Stadt zu erinnern. Das Gedicht ist eins von 130 Werken im neuen Gedichtband „Zeit für... Gedichte“ des Aachener Lyrikers Peter J. Heuser.

„Schreiben ist meine absolute Leidenschaft“, erzählt der ehemalige Gewerkschafter, der 33 Jahre hauptberuflich als 1. Bevollmächtigter bei der IG Metall beschäftigt war. Bereits im Beruf habe er die Pressearbeit gemacht, sowie regelmäßig Leserbriefe und Artikel für diverse Zeitungen geschrieben. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2000 aber mache er beinahe nichts anderes mehr: „Zeit für... Gedichte“ ist bereits sein drittes poetisches Sammelwerk. Zu Anfang seiner Lyriker-Zeit habe er Kurzgeschichten verfasst, allerdings sei er schnell zu Gedichten gekommen.

„Gedichte sind Geschichten in Kurzform“, erklärt er, „es ist sehr reizvoll, mit wenigen Worten viel zu sagen.“ Gerade auch die Doppeldeutigkeit, die in Gedichte hinein interpretiert werden kann, reize ihn, „so kann jeder den Text verstehen, wie er möchte.“ Um seine eigene Interpretation nicht direkt zu verraten und vor allem nicht alles vorwegzunehmen, tragen die meisten seiner Werke keinen Titel. „Dann wissen die Leser ja schon direkt um was es geht, ohne Titel müssen sie es erst herausfinden.“

Die 130 Gedichte des aktuellen Bandes sind auf insgesamt acht Kapitel aufgeteilt. So widmet sich beispielsweise ein Kapitel der Liebe und menschlichen Begegnungen, eins der Natur, ein anderes dem Alter und dem Tod und ein weiteres der Politik: „Wenn ich die Nachrichten gucke und verfolge, was gerade so auf der Welt passiert, inspiriert mich das“, so Heuser. So seien im Band auch Gedichte zu finden, die den aktuellen Ost-West-Konflikt, Bürgerkriege oder Terror thematisieren. „Gerade Wut bringt mich zum Schreiben“, erzählt Heuser.

Das zweite Kapitel ist komplett der Stadt Aachen gewidmet. „Hier gibt es Heimatgedichte aller Art, von schönen Stadtspaziergängen bis hin zu kritischen Blicken auf die Stadtpolitik“, sagt der gebürtige Bremer und Wahl-Aachener. Ein Text lässt Karl den Großen auferstehen: „Er soll mal gucken, was jetzt in Aachen los ist, und ob er sich das alles so vorgestellt hat“, erzählt Heuser und lacht.

Jedes seiner Gedichte sei eine kleine Geschichte, für die der Leser sich Zeit nehmen muss, sagt er. Deshalb seien auch die drei Pünktchen im Titel des Gedichtbandes bewusst gewählt: „Die Leute sollen sich einmal klar machen, wofür sie sich Zeit nehmen. Keiner hat mehr Zeit, die Zeit eilt“, sagt Heuser. Mit seinen Gedichten möchte er ein bisschen zum Nachdenken anregen. Rund zweieinhalb Jahre hat er insgesamt an dem Band gearbeitet, die Inspirationen für die Gedichte kämen immer und überall – „deswegen habe ich immer ein Notizbuch dabei, um nichts zu vergessen.“ Letzteres hat er sicher auch bei einem Spaziergang durch die Altstadt im Sommer dabei gehabt – als die Sonne schien und die Brunnen säuselten. Der Gedichtband kostet zehn Euro.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert