Personalmangel: Viel Geld für Spielplätze bleibt liegen

Von: stm
Letzte Aktualisierung:
13576838.jpg
Eine Geldfrage: Die Sanierung des Spielplatzes Neumarkt (900 Quadratmeter) wird mit 230.000 Euro viel teurer als kalkuliert. Das ist fast so viel, wie der Neubau des Vorzeigespielplatzes Arlingtonstraße (kleines Bild/4000 Quadratmeter) kostete. Da trifft es sich, dass die Stadt einen Großteil der 350.000 Euro für die Unterhaltung aller 230 Spielplätze in Aachen nicht ausgeben kann – wegen akuten Personalmangels. Foto: Stephan Mohne
13576837.jpg
Eine Geldfrage: Die Sanierung des Spielplatzes Neumarkt (900 Quadratmeter) wird mit 230.000 Euro viel teurer als kalkuliert. Das ist fast so viel, wie der Neubau des Vorzeigespielplatzes Arlingtonstraße (kleines Bild/4000 Quadratmeter) kostete. Da trifft es sich, dass die Stadt einen Großteil der 350.000 Euro für die Unterhaltung aller 230 Spielplätze in Aachen nicht ausgeben kann – wegen akuten Personalmangels. Foto: Stephan Mohne

Aachen. Tolle neue Spielplätze hat die Stadt jüngst eröffnet. Den am Depot Talstraße zum Beispiel. Oder jenen im Neubaugebiet Breitbenden in Eilendorf. Die können sich sehen lassen. Das können viele der knapp 230 anderen Aachener Spielplätze nicht von sich behaupten.

Zwar tun die Spielplatztrupps des Stadtbetriebs, was sie können, um die Anlagen mit ihren rund 4000 Spielgeräten in Schuss zu halten. Aber irgendwann ist der Zahn der Zeit stärker. Dann muss saniert, ersetzt, erneuert werden. Dafür stehen im Haushalt rund 350.000 Euro zur Verfügung. Klingt wenig, ist aber mehr als in früheren Jahren.

Allein: Das Geld kann nur zu einem Bruchteil wirklich ausgegeben werden. Maßnahmen, die die zuständigen Fachbereiche Kinder, Jugend, Schule sowie Umwelt längst auf dem Schirm haben, warten auf ihre Umsetzung. Der Grund: Personalmangel.

So liest man in einer aktuellen Vorlage zur Sanierung des Spielplatzes auf dem Neumarkt, dass auf den beiden Konten noch reichlich Geld übrig ist: Demnach „stehen in diesem Jahr noch erhebliche Beträge zur Verfügung“. Weil „durch das Fehlen von Planerstellen viele Arbeiten nicht durchgeführt werden konnten“. Die AZ wollte es genauer wissen und fragte nach.

Es geht dabei um die Töpfe für „Maßnahmen bei bestehenden Spiel/Bolzplätzen“ (199.600 Euro) und „Beschaffung von Spielgerät“ (150.000 Euro). Das Ergebnis ist erschreckend. Denn es gibt eine durchaus lange Liste von notwendigen Arbeiten. Aus letzterem Topf konnte aber gerade einmal die Anschaffung einer (!) neuen Drehscheibe für die Anlage Moltkepark umgesetzt werden. Dazu noch ein paar neue Tore für Bolzplätze.

Rund 65.000 Euro flossen stattdessen in laufende Neubaumaßnahmen wie Talstraße, Suermondt- und Sandkaulpark. Warten müssen trotz ursprünglich vorhandenen Geldes in die Jahre gekommene Spielplätze wie jener im Stadtpark (große Kletterkombi muss ersetzt werden), an der Großheidstraße in Verlautenheide (ein Teil der Kletteranlage wurde demontiert und wartet auf Ersatz) oder auch die Versetzung des Spielplatzes am Brander Markt, der wegen dessen Umbaus abgebaut werden musste. Aus dem anderen Topf wurden rund 37.000 Euro in besagte Neubauprojekte investiert.

Da nun noch viel Geld auf den Konten liegen bleibt, trifft es sich sozusagen, dass die Sanierung am Neumarkt viel teurer wird als einst kalkuliert – statt 90.000 werden 230.000 Euro fällig. Im Übrigen eine durchaus bemerkenswerte Summe. Die Maßnahme (Umsetzung ab Mai 2017) auf der rund 900 Quadratmeter großen Fläche kostet damit annähernd so viel wie der komplette Neubau des Vorzeigespielplatzes Arlingtonstraße vor wenigen Jahren (280.000 Euro). Der misst allerdings fast 4000 Quadratmeter.

Sei‘s drum: Die im Etat fehlenden 140.000 Euro nimmt man nun zu gleichen Teilen aus den beiden prall gefüllten Töpfen, die eigentlich gar nicht mehr prall gefüllt sein sollten. Und beim „Maßnahmenkonto“ bleiben selbst dann immer noch 92.000 Euro übrig.

Dieser Missstand treibt auch die Verwaltung um. Im Fachbereich Kinder gibt es nämlich nicht eine einzige Kraft, die sich mit den Planungen befassen könnte. Weswegen man nun die Einrichtung von 1,5 Stellen beantragt hat. Das, so hieß es am Freitag, werde derzeit im Verwaltungsvorstand beraten. Verbesserungen könnte es auch durch das neue Konzept fürs „Grün- und Freiflächenmanagement“ geben. Die Aachener Spielplätze beziehungsweise ihre Nutzer würde es sicher freuen.

Wobei man sich auch die Frage stellt, ob aufgrund der Altersstruktur in Wohngebieten mancher Spielplatz überhaupt noch Sinn macht. Zwei davon – Emmi-Welter-Straße und Salvatorberg – werden jetzt jedenfalls schon mal abgebaut.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert