Personalkarussell rotiert im „aachen tourist service“

Von: Stephan Mohne
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Hat nach über 20 Jahren beim „aachen tourist service“ gekündigt: Gabriele Philipp. Foto: Steindl

Aachen. Fast ihr halbes Leben ist Gabriele Philipp beruflich mit dem „aachen tourist service“ (ats) verbunden. Deutlich länger, als sie mit ihrem heutigen Ehemann, Oberbürgermeister Marcel Philipp, ihr Leben teilt. Nach über 20 Jahren hat die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des eingetragenen Vereins nun jedoch gekündigt.

Das komme durchaus überraschend, sagen Mitglieder des Aufsichtsrats. Dieser kommt aufgrund der neuen Situation am Dienstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Vor allem soll es dort um die Personalie Philipp und den Blick in die Zukunft gehen. Wahrscheinlich ist jedoch auch, dass es Nachfragen aus Reihen der Aufsichtsratmitglieder hinsichtlich der Gesamtstimmung in der Belegschaft des ats geht. Dem Vernehmen nach ist die Kündigung von Gabriele Philipp nämlich in jüngster Zeit nicht die einzige.

„Persönliche Gründe“

Philipp betont auf Nachfrage allerdings, dass derlei Dinge keine Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt hätten, sondern einzig „sehr persönliche Gründe“. Philipp: „Ich bin jetzt Mitte 40 und habe noch nie etwas anderes gemacht. Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas Neues anzufangen.“ Was das sein wird, sei derzeit noch völlig offen. Einen neuen Job hat Gabriele Philipp noch nicht. Was dann wiederum die Gerüchte um ihre Kündigung schürt. Denn wer gibt schon eine krisenfeste Führungsposition auf, wenn er anschließend zumindest vorübergehend arbeitslos ist?

„Ich habe kaum Elternzeit in Anspruch genommen. Mir würde es auch nichts ausmachen und ich bin in der komfortablen Lage, einmal drei Monate nichts zu tun und mir einfach eine Auszeit zu gönnen“, sagt die Noch-Vizechefin des ats, deren Kündigung noch unter dem Vorbehalt der Gremien steht. Zudem: „Ich bin dem ats gegenüber sehr loyal. Deshalb habe ich meine Kündigung frühzeitig eingereicht, damit sich der ats neu orientieren kann.“

Die Stelle von Gabriele Philipp muss nämlich erst einmal adäquat neu besetzt werden. Philipp arbeitete halbtags, was bei Führungspositionen eine Seltenheit ist. In welche Richtung sie gehen wird, sei noch offen. „Ich bin in der Bewerbungsphase“, sagt Philipp. Dass sie wieder im Bereich Tourismus landet, ist wohl eher unwahrscheinlich, da hohe Positionen in diesem Sektor in Aachen dünn gesät sind und Philipp unterstreicht, dass sie „sehr in Aachen verwurzelt“ sei. Aber sie habe in den Jahrzehnten beim ats viele Erfahrungen im Marketing, im Personalwesen und auch in der Administration sammeln können, sagt sie. Denkbar ist also vieles.

„Gemeinsam vorbereitet“

Matthias Glotz, seit Mitte 2015 Vorstandsvorsitzender des ats, wollte sich auf Anfrage nicht vor der Aufsichtsratsitzung öffentlich äußern. „Da bitte ich um Verständnis. Der Aufsichtsrat hat das Recht, zuerst informiert zu werden“, sagt er und sagt gleichzeitig zu, dass er im Nachgang zur Sitzung Stellung nehmen werde. Auch er unterstreich gleichwohl, dass es zwischen ihm und Gabriele Philipp kein Zerwürfnis gebe: „Wir haben auch die Aufsichtsratssitzung und unsere Vorstellungen von nachfolgenden Regelungen gemeinsam vorbereitet.“

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