Peinliche Posse ums Präsidentenamt beim AAK

Von: Robert Esser und JUtta Katsaitis-Schmitz
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Erst unter Beifall aus dem Amt geschieden, dann doch wieder Präsident: Wilm Lürken. Foto: Jaspers
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Erst zum neuen Präsidenten gewählt, dann direkt zurückgetreten: Axel Wichterich. Foto: Ralf Roeger
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Erst als 1. AAK-Vizepräsident bestätigt, dann den Posten geräumt: Georg Cosler. Foto: Andreas Steindl
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Erst bei Präsidentenwahl gescheitert, dann als 2. Vize das Amt aufgegeben: Wolfgang Radermacher.

Aachen. Mit einem peinlichem Eklat hat der Dachverband der Aachener Karnevalsvereine – der sogenannte Festausschuss Aachener Karneval (AAK) – eine neue Runde im handfesten Streit um das prestigeträchtige AAK-Präsidentenamt eingeläutet.

Nach mehreren Wahlgängen, Kampfkandidaturen und Wahlsiegern, die ihr neues Amt direkt wieder niederlegten, weil ihnen andere Wahlsieger im neuen Präsidium nicht passten, ist nun der alte Präsident erstmal „kommissarisch“ auch wieder der neue: Wilm Lürken. Dabei wollte der eigentlich nach 17 Jahren bei der AAK-Versammlung endgültig einen Schlussstrich ziehen.

Unter tosendem Beifall hatte er sich am frühen Abend vor über 100 Delegierten in den karnevalistischen Ruhestand verabschiedet. „Ich blicke auf tolle Jahre mit Höhen und Tiefen zurück“, hatte er sichtlich bewegt zum Abschied formuliert. Wie tief der AAK zerstritten ist und welche Abgründe sich im weiteren Verlauf der nach Lürkens Adieu anstehenden Präsidiumswahlen auftun würden, konnte zu diesem Zeitpunkt kaum einer ahnen.

In den folgenden Stunden rieb sich jedenfalls so mancher Karnevalist wie jeck die Augen angesichts der Provinzposse, die sich da vor den Pappnasen abspielte. Denn auf das Präsidentenamt hatten gleich zwei Kandidaten Ansprüche angemeldet: Wolfgang Radermacher (Leiter des Aachener Kinderkarnevals, AKiKa) und Lürkens Vize Axel Wichterich (KG Oecher Spritzemänner).

Mit Pauken und Trompeten

Bei der Kampfabstimmung der seit langem konkurrierenden Karnevalsfunktionäre unterlag Radermacher mit Pauken und Trompeten. Wichterich wurde mit 111 (natürlich!) Stimmen zum neuen AAK-Präsidenten gewählt und erklärte vollmundig: „Ja, ich nehme die Wahl an.“ Tusch, Applaus.

Verlierer Radermacher ließ sich aber erstmal nicht entmutigen und trat danach gegen den amtierenden Vizepräsidenten Georg Cosler und den langjährigen AAK-Schatzmeister Peter Brust an, um doch noch einen Posten im Vorstand zu ergattern. Erst unterlag Radermacher gegen Cosler, dann setzte er sich gegen Brust durch. Was nun allerdings dem frisch gekürten neuen AAK-Präsidenten Wichterich und seinem Vize Cosler missfiel. Beide erklärten kurzerhand ihren Rücktritt und räumten die Plätze.

So saß Radermacher plötzlich ziemlich allein auf seinem 2. Vizepräsidentenposten. Und der AAK hatte weder einen Präsidenten noch einen 1. Vizepräsidenten. Dafür hatte man nun einen handfesten Skandal. Und weil Radermacher nicht alleine auf dem AAK-Scherbenhaufen sitzen bleiben wollte, erklärte der schließlich ebenfalls seinen Rücktritt.

Damit der AAK handlungsfähig wird – schließlich muss man schon bald so wichtige Dinge wie den Sessionsauftakt am 11.11., den Ball der Mariechen und die Karnevalszüge organisieren –, musste eine Lösung her. Nach eingehender juristischer Beratung und Abwägung sämtlicher satzungsgemäßer Vereinsvorschriften präsentierte man den verdutzten Delegierten am späten Abend die Lösung: Der alte Präsident sollte nun wieder der neue sein. Tätäää! So wurde Wilm Lürken als kommissarischer Präsident zurück ins Amt gerufen – genauso wie sein alter Vorstand mit Wichterich, Cosler und Brust.

Einzige Aufgabe des alt-neuen Präsidiums: einen neuen Termin für eine Delegiertenversammlung ansetzen, auf der dann wieder ein Präsidium gewählt werden soll. Das könnte dann erneut lustiger als so manche Karnevalssitzung werden. Und peinlich.

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