Patientenforum des Brustcentrums im Marienhospital

Von: Sabine Rother
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Aachen. 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland und für jede neunte Frau irgendwann in ihrem Leben eine Diagnose, die erschüttert: Brustkrebs – und die Betroffenen werden immer jünger, wie Dr. Mahmoud Danaei, Leiter des Brustcentrums Aachen-Kreis Heinsberg im Aachener Marienhospital bestätigt.

Geht man grundsätzlich davon aus, dass im Alter zwischen 45 und 65 Jahren die häufigsten Erkrankungen auftreten, so hat der Gynäkologe immer häufiger Patientinnen, die weit jünger sind. Das inzwischen neunte Patientenforum, das in diesem Jahr unter dem Motto „Sicherheit & Lebensqualität“ steht, findet am Samstag, 21. Mai, von 9 bis 14 Uhr statt.

Nicht nur der aktuelle Stand der Forschung, auch die grundsätzliche Einstellung zu den Patientinnen und deren Umfeld ist für Rolf-Leonhard Haugrund, Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital, ein Anlass, die von ihm gemeinsam mit Danaei ins Leben gerufene Publikumsveranstaltung auch weiterhin zu fördern.

„Die Psyche der Frau wurde in früheren Jahren kaum berücksichtigt, es ging hauptsächlich um die Therapie“, blickt er zurück. „Die Philosophie des Brustcentrums war und ist anders.“ Nicht nur betroffene Frauen, auch deren Familien werden in die Behandlung einbezogen oder wenn die Tumorkonferenz einen Fall diskutiert, und es ist gar nicht so selten, dass eine Patientin einen Angehörigen oder ihren Partner dorthin mitbringt.

Auch Männer betroffen

„Nicht nur Frauen, auch Männer können an Brustkrebs erkranken“, betont Sabine Verheyen. „Wie oft hat es da bereits Fehldiagnosen gegeben.“ Die CDU-Europaparlamentarierin ist Vorsitzende des Senologischen Beirates des Fördervereins, der das Patientenforum mitgestaltet. „Brustchirurgie ist zugleich kosmetische Chirurgie“, greift sie ein Thema auf, das Danaei beim Patientenforum aufgreifen wird. So habe ein Brustaufbau nach der Entfernung des Tumors große Bedeutung für das Selbstwertgefühl der Frau – für ihr gesamtes zukünftiges Leben. Und die Therapie?

„Das ist eine absolut individuelle Angelegenheit“, versichert Danaei. „Früher wurde generalisiert, heute haben wir maßgeschneiderte Therapien.“ Das Prinzip des Brustcentrums sei die interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Es gab Zeiten, da hat der Pathologe kaum mit dem Radiologen gesprochen“, sagt Haugrund. „Heute sitzen sie selbstverständlich an einem Tisch.“ Das Patientenforum will nicht nur Informationen weitergeben, es soll dabei helfen, Frauen aus der Opferrolle zu befreien, sie so zu beraten und zu begleiten, dass sie bewusst entscheiden. „Eine Krebserkrankung macht Angst, aber etwas nicht wissen steigert diese Angst“, betont Sabine Verheyen. Wichtig nehmen die Experten des Centrums die psychosoziale Betreuung. So tauchen bei Betroffenen nach der Krebsdiagnose häufig Fragen auf wie „Habe ich falsch gelebt?“, „Ist mein Beruf Verursacher der Krebserkrankung?“ oder „Hat mich meine Familie zu sehr gestresst?“ All das beantwortet Danaei mit einem Kopfschütteln. „Das löst keine Tumorerkrankung aus. Die Ursachen für Krebs sind noch immer ungeklärt.“

Das Brustcentrum setzt auf Früherkennung. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Ab Juni wird es im Marienhospital die Möglichkeit der digitalen Mammografie geben. Eine niederländische Studie zeigt, dass mit digitalen Aufnahmen Ärzte tatsächlich sehr erfolgreich aggressive Brustkrebsvorstufen erkennen.

Zum Patientenforum erwarten Danaei und sein Team interessante Gäste, die im Anschluss an die Veranstaltung den Zuschauern persönliche Fragen beantworten. Über „Möglichkeiten der Früherkennung“ spricht (passend zur Neuanschaffung) Dr. Hans Junkermann, Facharzt für Frauenheilkunde am Uniklinikum Heidelberg. Was kann man von Naturheilverfahren erwarten? Hier informiert Professor Dr. Josef Beuth, Direktor des Instituts für Naturheilverfahren an der Universitätsklinik Köln, unter dem Motto „Gut durch die Krebstherapie: Komplementäre Behandlungsmethoden“. Er wird davon berichten, wie Naturheilverfahren die Nebenwirkungen einer Therapie tatsächlich mildern können.

Das Thema „Last oder Lebensversicherung – die (Anti-)Hormontherapie“ greift Dr. Dagmar Swords, Fachärztin für Gynäkologie und Senologie, auf. Mahmoud Danaei ist nicht nur Gastgeber, er wird die Möglichkeiten einer Brustchirurgie näher erläutern, die man im Brustcentrum als kosmetische Chirurgie versteht. Der Eintritt zum Patientenforum ist frei, eine Anmeldung erwünscht.

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