Aachen/Naumburg - Partnerstadt Naumburg: Enge Freundschaften im Zeichen der Kirschblüte

Partnerstadt Naumburg: Enge Freundschaften im Zeichen der Kirschblüte

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
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Bilderbogen des dreitägigen Besuches: 60 Jahre Wartburg wurden genauso gewürdigt wie das große Kirschfest – wobei die süßen Früchte, charmant präsentiert, in vielfacher Gestalt das Bild prägten. Selbstverständlich trug die junge Generation ihren Teil zum Gelingen des Festes bei. Foto: Andreas Schmitter
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Bilderbogen des dreitägigen Besuches: 60 Jahre Wartburg wurden genauso gewürdigt wie das große Kirschfest – wobei die süßen Früchte, charmant präsentiert, in vielfacher Gestalt das Bild prägten. Selbstverständlich trug die junge Generation ihren Teil zum Gelingen des Festes bei. Foto: Andreas Schmitter
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Bilderbogen des dreitägigen Besuches: 60 Jahre Wartburg wurden genauso gewürdigt wie das große Kirschfest – wobei die süßen Früchte, charmant präsentiert, in vielfacher Gestalt das Bild prägten. Selbstverständlich trug die junge Generation ihren Teil zum Gelingen des Festes bei. Foto: Andreas Schmitter
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Klenkes hoch, wer ein Aachener ist: Die Delegation aus unserer Stadt pflegte die Verbindung zu den Naumburgern, aber auch untereinander. Foto: Andreas Schmitter
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Prosit auf die Freundschaft: Zum Besuchsprogramm gehörten auch entspannte Begegnungen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen/Naumburg. „Aachen und Naumburg, das gehört einfach zusammen“, stellt Elke Crumbach begeistert fest. Die Aachenerin bringt damit treffend auf den Punkt, was die Naumburger und ihre Gäste vom Bürgerkomitee Aachen-Naumburg, dem „Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Naumburg e. V.“ bei der diesjährigen Begegnungsfahrt zum Hussiten-Kirschfest überall erleben.

Am ersten Abend kommen die rund 70 Aachener nach mehr als 600 Fahrkilometern mit Zwischenstopp in Erfurt in der Partnerstadt an der Saale an. Von Oberbürgermeister Bernward Küper werden sie im Weindorf begrüßt. Es gibt viele herzliche Umarmungen, die Wiedersehensfreude ist groß. „Über die Jahre haben sich hier viele enge Kontakte und Freundschaften gebildet“, erzählt Elke Crumbach, die sich sogar vorstellen kann, langfristig in die Partnerstadt umzuziehen.

Symbol der Freundschaft ist in diesen Tagen die Kirsche. Ob als selbstgehäkelter Anstecker, auf T-Shirts und Mützen, als schicker Schmuck in Form von Ketten, Ohrringen und Ringen oder Verzierung auf den Namensschildern, die alle Aachener Gäste zur leichteren Kontaktpflege tragen: Das rote Obst ist omnipräsent.

Weindorf am Holzmarkt

Begrüßt werden die Aachener traditionell mit einem Empfang der Stadt Naumburg im gemütlichen Weindorf am Holzmarkt. Mit den Namensschildern an der Kleidung sind alle sofort im Gespräch. Auch Margarete Lindam, die aus Naumburg stammt und nach der Wende nach Aachen übersiedelte. In ihrer neuen Heimat fühlt sie sich sehr wohl. Aber die Liebe zur Heimat ist selbstverständlich, und so ist die Freude über das Wiedersehen groß.

„Ich würde auch sofort wieder in Naumburg zurechtkommen, bin hier noch mit vielen Freunden und Arbeitskollegen bekannt“, erzählt Lindam. In Aachen engagiert sie sich in der Pfarre Franziska von Aachen in der katholischen Gemeinde Heilig Kreuz, ist immer da, wenn jemand gebraucht wird. Das weiß auch Pfarrer Franz Josef Radler, der ebenfalls nach Naumburg reiste, um die Verbundenheit zu unterstreichen. Die Gemeindepartnerschaft zwischen Heilig Kreuz und der katholischen Sankt-Peter-und-Paul-Kirche in Naumburg in der „katholischen Diaspora“ hat eine ebenso lange Tradition wie die Städtepartnerschaft.

Sogar ein Hotel am Naumburger Markt trägt den Namen „Stadt Aachen“, ein Restaurant im selben Haus nennt sich als Referenz an Karl den Großen „Carolus Magnus“. Zum 25-jährigen Bestehen des Austauschs wurde der Platz vor dem Naumburger Hauptbahnhof feierlich in „Aachener Platz“ umbenannt.

Neben vielen Bürgern, die von Beginn an die 1988 offiziell besiegelte Partnerschaft begleiten und jedes Jahr an den Fahrten teilnehmen, sind bei der diesjährigen auch erfreulich viele Neulinge dabei. Sie kommen bei einem Glas Wein schnell mit den Naumburger Freunden ins Gespräch. Man merkt überall großes Interesse am Geschehen in der jeweils anderen Stadt: Die Naumburger, deren Stadtpatronin Uta ist, haben sich über Karl den Großen und das Reitturnier informiert. Und auch sonst entdeckt man schnell Gemeinsamkeiten, zum Beispiel im Karneval. Auch in Naumburg wird die fünfte Jahreszeit groß gefeiert. Die Karnevalsgesellschaft Naumburg stellt das Prinzenpaar Prinz Martin III. und Prinzessin Johanna I., Fettdonnerstag und Rosenmontag werden mit vergleichbaren Ritualen begangen.

Tram namens „Zicke“

Während Aachen Studentenstadt ist, studieren die jungen Naumburger in den umliegenden größeren Städten Halle, Jena oder Leipzig. Die Straßenbahn hat man hier – im Gegensatz zu Aachen – zumindest in Teilen als historische Tram mit dem Spitznahmen „Zicke“ erhalten. Und auch einen Dom gibt es in Naumburg, der zwar evangelisch, aber zumindest was das Unesco-Weltkulturerbe betrifft im nächsten Jahr mit dem Öcher Dom gleichziehen könnte.

Rolf Igel, Vorgänger von Stefanie Luczak, der neuen Vorsitzenden beim Bürgerkomitee Aachen-Naumburg (siehe unten), sitzt mit Ehefrau Brigitte auf einer der speziell für den Aachener Besuch reservierten Plätze vor dem Naumburger Rathaus und verfolgt den großen Festumzug zum Kirschfest.

„Als 1989 die Grenze aufging, knüpften wir sofort Kontakt zu Naumburger Bekannten, reisten noch am zweiten Weihnachtsfeiertag an die Saale, fanden bei Familie Prims ein Bett und kamen mit Pfarrer Bogdan ins Gespräch. Damals begannen die gegenseitigen Besuche der Pfarrgemeinden“, erinnert sich der 72-jährige Experte der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft. Auch die Verbindung mit der Naumburger Berufsschule hat der ehemalige Gewerbelehrer für Fahrzeugtechnik gefördert und enge Kontakte geschlossen.

Rolf Igel wie auch viele andere der 70 Gäste schwelgen gerne in Erinnerungen, lernen immer wieder auch neue Leute kennen. So vergehen die drei Besuchstage mit dem Festzug, dem Besuch der Vogelwiese und des Hussiten-Lagers sowie der beiden Gottesdienste und des großen Handwerkermarktes am Sonntag schnell.

Die innige Partnerschaft zwischen beiden Städten, markiert von den Stadtfarben Schwarz und Gelb beziehungsweise Rot und Weiß, hat mit Sicherheit wieder an Kraft gewonnen. Eine nächste Gelegenheit für ein Wiedersehen gibt es spätestens beim großen Aachener Städtepartnerschaftsfest im Rathaus am 4. September.

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