Aachen - „Parole Emil“: Ein Klassiker im Das Das Da Theater

„Parole Emil“: Ein Klassiker im Das Das Da Theater

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Bestens bekannt und doch ganz anders: „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner wird als Familienstück im Das Da Theater aufgeführt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Und die Moral von der Geschicht‘...“ – bevor Erich Kästner sein erstes Kinderbuch über Emil und seine Detektivfreunde veröffentlichte, gab es für Kinder fast nur Märchen zu lesen. An deren Ende stand meist eine Belehrung, vorgetragen mit erhobenem Zeigefinger.

Doch Emil und die Detektive war nicht nur bei Erscheinen Ende der 20er Jahre revolutionär, sondern ist auch über 80 Jahre später noch spannend. Das Das Da Theater bringt die Detektivgeschichte nun als Familienstück auf die Bühne.

Nur behutsam modernisiert

Für Emil Tischbein ist es ohnehin schon ein Abenteuer, aus dem kleinen Neustadt allein nach Berlin zur Großmutter und zur Cousine Pony Hütchen zu fahren. Gleich auf der Zugfahrt wird ihm dann auch noch von einem seltsamen Mann mit steifem Hut sein gesamtes Geld gestohlen.

Weil er in Neustadt etwas ausgefressen hat, will Emil nicht den Wachtmeister um Hilfe zu bitten, sondern dem Dieb mit seinen neu gewonnenen Berliner Freunden auf eigene Faust das Handwerk legen. Die Detektive um Gustav mit der Hupe nehmen unter der „Parole Emil“ die Verfolgung auf.

Das Stück wurde in der Inszenierung von Regisseur Achim Bieler nur behutsam modernisiert. Man hat darauf verzichtet, Emil und seine Detektivfreunde ins heutige Berlin zu versetzen, zum Beispiel durch den Einsatz von Handys. „Die Geschichte würde so auch gar nicht mehr funktionieren“, erklärt Bühnenbildner Frank Rommerskirchen.

Angestaubt soll die Detektivgeschichte aber trotzdem nicht wirken: Eine vorangestellte Szene zeigt, wie drei Polizisten eine Asservatenkammer durchforsten. Bei der Aufarbeitung vergangener Fälle stoßen sie auch auf den vom Mann mit dem steifen Hut begangenen Diebstahl. Sie beginnen, den Fall nachzuspielen. Lena Sommer wechselt dabei aus der Polizeiuniform in die Rolle des Emil, während ihre Kollegen Bernhard Schnepf und Mario Thomarek in die übrigen Rollen schlüpfen.

Slapstick und Witz fehlen der Inszenierung nicht: Die „Probenkinder“, eine Gruppe von Grundschulkindern, die Emil und die Detektive bereits abschnittweise auf der Probebühne anschauen durfte, zeigten sich begeistert. Besonders gut kamen die eigens für das Das Da Theater geschriebenen und während der Aufführung live gesungenen Lieder an.

Die Probenkinder haben ein kritisches Auge und sorgen mit ihren Anmerkungen dafür, dass die Darstellung trotz des einfachen, vielfach umzubauenden Bühnenbildes nicht zu abstrakt werde, so Geschäftsführer und Dramaturg Tom Hirtz. Wie in allen Kinderstücken des Theaters an der Liebigstraße wolle man den Kindern zeigen, dass sie stark sein können, „vor allem, wenn sie sich wie Emil und seine Freunde verbünden“, so Hirtz.

Für Kinder ab sechs Jahren

Negativ fanden die Probenkinder dann auch nur Eines: dass der zweite Abschnitt der geprobten Szenen ausgerechnet im spannendsten Moment aufhört! Das gesamte Stück kann ab dem 31. Oktober im Das Da Theater besucht werden  und tourt außerdem durch viele Schulen der Region. Es ist für alle ab sechs Jahren geeignet.

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