Parkleitsystem von Grund auf modernisiert

Von: mh
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Bessere Technik gegen Parkplatzfrust: Uwe Müller, Leiter des städtischen Verkehrsmanagements (rechts), und Apag-Chef Herbert Sliwinski stellten das generalüberholte Parkleitsystem vor. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vielleicht klingelte den Experten am Freitag noch die „klassische“ Klage einer engagierten Bürgerin in den Ohren. Die gute Dame hatte just in der jüngsten Ratssitzung heftig kritisiert, dass selbst gestandene Öcher Probleme hätten, ihren Gästen den rechten Weg zum idealen Parkplatz zu weisen.

Ja – es ist schon ein Kreuz mit den Verkehrsknoten im Talkessel. Allerdings haben Stadt und Apag sich in den vergangenen Monaten intensiv bemüht, dieselben zumindest ein Stück weit zu durchschlagen – und das leidige „Wildparken“ auch auf diesem Wege zu reduzieren.

Neueste Technik soll geplagten Blechpiloten jetzt flotte Orientierung ermöglichen: Seit Januar ist das viel beschrie(be)ne Parkleitsystem in der City mit zeitgemäßer LED-Beleuchtung und wesentlich flotteren Datenbahnen ausgerüstet worden.

Rein äußerlich kommt das Ergebnis der Generalüberholung nicht gerade spektakulär daher. Aber: Alle Beteiligten sollen in hohem Maße von der aufwendigen Erneuerung profitieren, versprechen Uwe Müller, Leiter der städtischen Abteilung Verkehrsmanagement, und Apag-Geschäftsführer Herbert Sliwinski. „Zwar verfügen heute die meisten Pkw-Fahrer über Navigationshilfen“, hat auch Sliwinski erkannt.

„Aber nach jüngsten Erhebungen wissen wir, dass vor allem unsere Gäste aus Belgien und den Niederlanden sich nach wie vor am Leitsystem orientieren, zumal die Geräte bei der Suche nach freien Parkhausplätzen nicht immer verlässlich funktionieren.“ Nachweislich werde der sogenannte Parksuchverkehr durch die Hinweisschilder um mindestens zehn bis 20 Prozent, nach progressiveren Schätzungen sogar um bis zu 35 Prozent reduziert.

Immerhin 360.000 Euro sind daher jetzt investiert worden, um die reichlich angestaubte mechanische Anzeigetechnik durch moderne LED-Elemente zu ersetzen, erläutern Hermann-Josef Heinisch, Vertriebsbeauftragter bei Siemens, und sein Kollege Günter Weiß von der Swarco Traffic Systems GmbH, die maßgeblich für die Umrüstung verantwortlich zeichnen. Rund 60 Prozent der Kosten konnten laut Müller über Fördermittel des Landes gedeckt werden.

Flexibel und deutlich schneller

17 Parkhäuser mit insgesamt rund 7500 Plätzen sind an das System angeschlossen, das die Stadt bereits anno 1991 für stolze 3,6 Millionen D-Mark installiert hat. Dass sich die Umrüstung um etliche Monate verzögert habe, sei vor allem auf gewisse Staus im Antragsverfahren zurückzuführen, merkt Müller an. Aktuell werden die Autofahrer an 74 Standorten innerhalb des Alleenrings in die verschiedenen Blechbastionen gelotst. Im Ganzen verfügen die großformatigen Infotafeln über 92 „dynamische“ Anzeigen, welche über aktuell verfügbare Stellplätze informieren, sowie 68 „statische“ Hinweise auf nächstgelegene Parkhäuser.

Damit, verspricht Sliwinski, sei nicht nur eine wesentlich verbesserte „Echtzeitmessung“ der verfügbaren Kapazitäten gewährleistet. Auch das Stadtsäckel werde massiv entlastet, da die Wartungskosten erheblich geringer ausfallen sollen und der Energiebedarf der Anlagen um rund die Hälfte reduziert werde. Im Winter mussten die mechanischen Plättchen-Systeme übrigens sogar eigens beheizt werden, um ein Einfrieren zu verhindern, erläutern die Experten. Auch derlei Unbill – gerade in den besonders infarktgefährdeten Perioden zum Beginn der Karnevalszeit und im Advent – soll künftig in die Kuriositätensammlung der städtischen Historie eingehen.

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