Parkkonzept: Einkaufsbummel ohne Verkehrsinfarkt

Von: Kathrin Albrecht
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Offerieren ihre Lösung, damit der Weihnachtsbesuch der Innenstadt Spaß macht: von links Herbert Sliwinski, Rainer Lewandoski, Uwe Müller, Michael Günter, Manfred Piana und Wolfgang Sander, die ein gemeinsam das Angebot geschnürt haben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Alle Jahre wieder lockt der Weihnachtsmarkt zahlreiche Besucher aus der Umgebung an. Mit rund einer Million Menschen rechnet die Stadt in diesem Jahr. Hinzu kommen die Weihnachtseinkäufer – mit Folgen für den innerstädtischen Verkehr und die Parkplatzsituation. Vor allem an den Samstagen geht dort oft nichts mehr. In solchen Zeiten rückt das Park an Ride-Angebot wieder mehr in den Blick.

In Kooperation von Stadt, Aseag, der Aachener Parkhausgesellschaft APAG und dem Märkte- und Aktionskreis City (MAC) sollen Besucher von außerhalb möglichst entspannt den Weg in die City finden.

Vier Park and Ride-Parkplätze gibt es in Aachen: Das Parkhaus am Tivoli, sowie Parkplätze an der Ecke Jülicher Straße/Berliner Ring, Am Waldfriedhof an der Monschauer Straße sowie am Westfriedhof an der Vaalser Straße. Bis zu fünf Personen können mit einem besonderen Ticket zum Preis von fünf Euro mit dem Linienbus in die Stadt und wieder zurück fahren. Beim Parkhaus Tivoli sind die Parkgebühren im Ticketpreis inbegriffen.

Neben den bestehenden Beschilderungen sollen vor allem um den Wald- und Westfriedhof Plakate für das Park and Ride-Angebot werben. Außerdem rühren die Kooperationspartner selbst die Werbetrommel. „Im Einzelhandel ist die Vorweihnachtszeit das wichtigste Geschäft des Jahres. Der Handel ist darauf angewiesen, dass die Kunden gut in die Stadt kommen“, so Manfred Piana vom MAC.

Um dem Mehraufkommen der Fahrgäste gerecht zu werden, verstärkt die Aseag an den Einkaufssamstagen den Linienbusverkehr. Solobusse werden durch Gelenkbusse ersetzt, Auf den stark frequentierten Linien 5 und 45 werden Zwei-Gelenkbusse eingesetzt. Zusätzliche Spitzen sollen mit Sonderfahrten bewältigt werden.

In der Innenstadt soll ein Verkehrsleitsystem für einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss sorgen. An den Parkhauseingängen leiten Infoposten zum nächsten freien Angebot. Reisebusse werden zum Bendplatz geleitet, wo die Besucher von dort aus zu Fuß oder mit einem Shuttlebus die Innenstadt erreichen. Die Parkzeit für Reisebusse in der Innenstadt, beispielsweise am Theaterplatz, bleibt weiterhin zeitlich auf Ein- und Aussteigen begrenzt.

Auch die APAG hat am Parkhaus in der Couvenstraße einen Leitstand eingerichtet, der über freie Stellplätze in der Innenstadt informiert. Regelmäßige Radiodurchsagen sollen die Autofahrer informieren. „Viele lassen sich per Navi in die Innenstadt dirigieren und ignorieren dann auch das Parkleitsystem. So möchten wir diese Autofahrer mit erreichen“, so APAG-Geschäftsführer Herbert Siwlinski.

Und sollte es doch länger dauern, sollen Schokoweihnachtsmännern zumindest den kleinen Beifahrern die Wartezeit versüßen. Verstärkt werden APAG und Stadt von den Verkehrskadetten.

Bereits vergangenen Samstag war Michael Günter von den Verkehrskadetten mit 18 ehrenamtlichen jugendlichen Helfern im Einsatz. Doch der Stadt ist es auch wichtig, das Thema Park an Ride über das Weihnachtsgeschäft hinaus in den Köpfen der Besucher zu halten. Im vergangenen Jahr wurde daher eine Art Wiederbelebungskampagne gestartet, um die Parkplätze wieder in Erinnerung zu rufen. „Wir haben in der Regel verhältnismäßig viel Parkraum in der Aachener Innenstadt zur Verfügung. Da rückt das Thema bei den Nutzern in den Hintergrund“, so Uwe Müller, Abteilungsleiter des Verkehrsmanagements der Stadt.

Langfristig möchte man jedoch ganzjährig die Besucher für das Thema sensibilisieren, das Umweltbewusstsein stärken und für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs werben, so Müller weiter.

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