Papst Franziskus‘ Worte machen vielen neuen Mut

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
6836522.jpg
Aufrüttelnd: Bischof Heinrich Mussinghoff griff die jüngsten Appelle des Papstes auf. Foto: Ratajczak

Aachen. Alljährlich wird die Jahresschlussandacht im Aachener Dom für die Besucher zu einer Stunde der Besinnung, des Bilanzziehens über Erreichtes oder Versäumtes, über die neuen Ziele, die man sich stellt. Auch am Silvesterabend 2013 kamen etwa 800 Gläubige, um neuen Mut zu schöpfen und den Worten des Bischofs zu lauschen.

Und wieder verlieh die musikalische Gestaltung durch Domorganist Professor Michael Hoppe und den Domchor der Andacht eine besondere Festlichkeit. Dazu trug wesentlich das erhabene Te Deum von Norbert Richtsteig bei, das er eigens für den Aachener Dom komponiert hatte und jetzt von seinem Nachfolger im Amt des Domkapellmeisters, Professor Michael Hoppe, zum zweiten Mal aufgeführt wurde. Ebenso ließen der Psalm 150 von Petr Eben sowie am Ende der Jahresschlussandacht die phänomenalen Orgelklänge des „Dieu parni nous“ aus „La Nativité du Seigneur“ von Olivier Messiaen den Dom einmal mehr zu einer klingenden Kathedrale werden. Die überwiegende Mehrheit der Gläubigen verharrte lauschend und spendete dann anhaltenden Applaus.

Bischof Heinrich Mussinghoff, der gemeinsam mit den Geistlichen des Domkapitels die Andacht hielt, begrüßte die Gläubigen mit den Worten: „Wir wollen Dank sagen für das Gute, das wir im sich neigenden Jahr empfangen haben, aber auch danken, dass wir durch so manche drückende, schwere Zeit hindurch gekommen sind. Bitten aber wollen wir Gott, dass er uns weiterhin schütze, uns ein gutes Herz gebe für die, denen es nicht so gut geht“.

Im Mittelpunkt seiner Predigt stand der aufrüttelnde Appell von Papst Franziskus, den der Pontifex nach der Bischofssynode vom Oktober zur Neuevangelisierung jetzt in einem päpstlichen Schreiben „Evangelii Gaudium“ zur Verkündigung der Frohen Botschaft veröffentlicht hat. Darin lädt der Papst alle Getauften ein, in einem „Zustand permanenter Mission“ das Evangelium von Freude geprägt zu verkünden, denn die Lebensart mancher Christen widerspreche dem Evangelium. „Ein Verkünder darf nicht ständig ein Gesicht wie bei einer Beerdigung haben“, heißt es in dem päpstlichen Schreiben. Neue Wege und kreative Methoden sollen helfen, „die Frische der Frohen Botschaft neu zu erschließen und Jesus aus den langweiligen Schablonen zu befreien“.

Nicht nur Lohn für Vollkommene

So wie die Türen der Kirchen für Menschen auf der Suche offen sein müssten, sollten auch die Türen der Sakramente offen sein, denn sie seien nicht nur eine Belohnung für die Vollkommenen. Die Beanspruchung der legitimen Rechte der Frauen stelle die Kirche vor Fragen, die nicht oberflächlich umgangen werden dürften. Dabei stehe das den Männern vorbehaltene Priestertum nicht zur Diskussion, sakramentale Vollmacht dürfe aber nicht mit Macht verwechselt werden.

Als in der Wurzel ungerecht bezeichnet der Papst das aktuelle ökonomische System, in dem das Gesetz des Stärkeren herrsche. Der Mensch sei nur noch als Konsument gefragt, wer das nicht leisten könne, werde ausgeschlossen. Die Ökumene sei ein unaufgebbarer Teil der Verkündigung des Evangeliums, verhindere die Spaltung der Christen doch das glaubwürdige Zeugnis.

Die Jahresschlussandacht endete mit dem sakramentalen Segen und dem gemeinsamen Gesang „Urbs Aquensis“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert