Pädagogisches Projekt: Wie Fels und Wasser sich im Alltag bewähren

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Widerstand muss man auch mal aushalten: Im Projekt „Fels & Wasser“ lernen Kinder und Jugendliche, andere zu akzeptieren, ohne sich selbst dabei aufzugeben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Alle Kinder mögen Schokolade“, sagt das eine Mädchen. „Stimmt nicht. Ich mag keine!“, sagt ein anderes bestimmt. Da ist der Fels: Ich stehe zu mir, ich weiche nicht von meinen eigenen Werten ab, ich setze Grenzen. Ein Kind schubst ein anderes. Statt zurückzuschubsen, geht es selbstbewusst weg. Das ist das Wasser. Das Kind reagiert flexibel, ohne an Stärke zu verlieren.

„Fels & Wasser“ heißt das Angebot des Theaterpädagogischen Zentrums des Das Da Theaters, das nach einer ersten Pilotphase in den Alltag gestartet ist.

Gedacht ist es für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 16. Dementsprechend haben die beiden Theaterpädagoginnen und „Fels & Wasser“-Trainerinnen Miriam Peifer und Svenja Hamel das Konzept sowohl in einer Kindertagesstätte, als auch in einer Grund- und einer Gesamtschule ausprobiert – mit großem Erfolg, wie Vertreter der drei Einrichtungen einhellig bekundeten.

„Das Projekt ist eine deutliche Unterstützung unserer Arbeit. Die Kinder – mit oder ohne Handicap und unabhängig von der Herkunft – werden da abgeholt, wo sie stehen. Und sie bekommen in der immer komplexer werdenden Welt die Chance, einen eigenen Standpunkt zu finden“, lobte zum Beispiel Anita Permantier, Leiterin der Kita Sonnenschein und des Familienzentrums St. Marien in Eschweiler.

Am eindrücklichsten war der Effekt von „Fels & Wasser“ wohl an den Kindern der Klasse 4c der Gemeinschaftsgrundschule Roetgen zu erkennen. Sie präsentierten Presse und Vertretern anderer Schulen, was sie in sechs Doppelstunden zusammen mit den beiden Theaterpädagoginnen erarbeitet haben.

Raban zum Beispiel mochte am meisten das Spiel „Ich mag“. „Ich muss eben nicht da hingehen, wo mein Freund hingeht“, erzählte der Roetgener Grundschüler. Seine Klassenkameradin Johanna berichtete, dass ihr das „Stopp sagen“-Spiel sehr geholfen habe – nicht nur, um eigene Grenzen zu setzen, sondern auch um die Grenzen der anderen zu erkennen.

In der Aachener Heinrich-Heine-Gesamtschule sind Hamel und Peifer aktuell noch in einer sechsten Klasse unterwegs.

„Auch in der schwierigen Phase der Pubertät ließen sich die Schüler – mit ein wenig Geduld – auf die Übungen ein, konnte Klassenlehrer Michael Horst die Stimmigkeit und Flexibilität von „Fels & Wasser“, das von NetAachen maßgeblich unterstützt wird, bestätigen: „Es sind sehr praxisnahe Übungen und ich bekomme viele Ideen, einiges später im Unterricht wieder aufnehmen zu können.“

Etwas, das auch Andrea Koppert, Klassenlehrerin der 4c, fest einplant: „Für diese Sozialkompetenzen opfere ich gern eine Mathestunde.“

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