Aachen - Osterfeuer im Domhof: „Ostern zu feiern, ist anspruchsvoll“

Osterfeuer im Domhof: „Ostern zu feiern, ist anspruchsvoll“

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Diözesanadministrator Weihbischof Karl Borsch und die Geistlichen des Domkapitals nahmen am Ostersamstag im Domhof die traditionelle Segnung der Osterkerze vor. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Stürmische Windböen trieben die tanzenden Funken des Osterfeuers durch den Domhof. Hier nahmen am späten Abend des Ostersamstags Diözesanadministrator Weihbischof Karl Borsch und die Geistlichen des Domkapitels die traditionelle Segnung der Osterkerze vor.

„Wir feiern in dieser Nacht das österliche Heilswerk Christi, bei dem es um das Leben geht, das durch den Tod hindurchgegangen ist“, erinnerte Borsch einleitend, bevor er symbolisch die fünf Wundnägel Christi in die Osterkerze einfügte. Anschließend führte die kleine Prozession durch das Hauptportal in den in völliger Dunkelheit liegenden Dom, wurde nur an drei Stationen zum: „Lumen Christi – Deo gratias“ unterbrochen, wobei das Licht der Osterkerze an die Kerzenbecher der etwa eintausend Gläubigen weitergereicht wurde.

Die kostbaren Mosaike reflektierten den Kerzenschein und von der Kanzel herab verlas Domvikar Mathias Fritz zur Eröffnung des Pontifikalamts das Osterlob. Noch gab es während der Lesungen keine instrumentale Begleitung zum Gesang der Gläubigen. Erst zum Gloria vereinten sich die Schellen der Ministranten mit den Orgelklängen und dem Dombläserensemble, während nun die volle Schönheit des Domes im Lichtermeer erstrahlte. Und wie immer, bewegte das festliche Orgelspiel von Domorganist Professor Michael Hoppe.

Mit der Festmusik von Alexander Reuber und der Sinfonia von Johann Sebastian Bach stimmte er die Anwesenden auf die anspruchsvolle Osterpredigt von Weihbischof Borsch ein. Deren Tenor lautete in Anlehnung an ein von Bischof Klaus Hemmerle zu Ostern 1988 geschriebenes Gedicht: „Man kann nicht von Ostern sprechen und den Tod verschweigen. Die Lebenskurve führt vom Leben zum Tod. Ostern zeigt in die umgekehrte Richtung: Vom Tod zum Leben. Ein Leben nicht ohne den Tod, nicht am Tod vorbei, sondern durch den Tod hindurch.“

Ostern zu feiern, sei anspruchsvoll. Jesus sein nicht gestorben, damit wir vorübergehend in Hochstimmung geraten. Ostern bringe die Wende: Vom Tod zum Leben. Und diese „österliche Wende“ sei der Inhalt der Osternacht, die wir feiern, so der Weihbischof. Im Anschluss segnete er das Weihwasser, mit dem er danach den Do durchquerend den Gläubigen den Segen erteilte. Abschließend wandte er sich an sie: „Ihnen ein frohes und gesundes Osterfest. Bringen Sie die Osterfreude besonders auch den Kranken und den alten Menschen“.

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