Aachen - Orsbacher Straße: 214 Rehe in der Jagdsaison angefahren

Orsbacher Straße: 214 Rehe in der Jagdsaison angefahren

Von: kaa
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Entschärfte Unfallschwerpunkte: Entlang der Orsbacher Straße haben (v.l.) Hans Lennartz, Stefan Haak und ihre Teams „Wildwarner“ installiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Orsbacher Straße verbindet die Aachener Ortsteile Laurensberg und Orsbach miteinander. Weiden und Felder prägen die Strecke, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen – vorausgesetzt, sie schaffen es heil über die Straße. Denn das ist das Problem.

„In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Wildunfälle auf dieser Strecke deutlich angestiegen“, berichtet Winfried Engels vom Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen. 932 Rehe wurden in diesem Zeitraum an- oder totgefahren. Allein 214 Rehe waren es in der Jagdsaison 2016/17. Und auch kleinere Tiere erwischt es: 370 Füchse, 170 Dachse und 399 Feldhasen.

Gerade die Zusammenstöße mit großem Wild sind gravierend. Denn neben dem Sachschaden können bei solchen Unfällen auch Personen zu Schaden kommen. „Im März 2017 hatten wir fünf Unfälle mit Rehen“, meint Jäger Stefan Haak, tätig beim Fachbereich Umwelt der Stadt. Das gab den Ausschlag, etwas gegen die häufigen Wildunfälle zu tun. „Unfallvermeidung ist ja auch eine Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit“, meint Hans Lennartz Mitglied in der Hegegemeinschaft Orsbach und der örtlichen Jägerschaft.

Jäger werden bei Wildunfällen hinzugerufen, um das tote Wild zu bergen oder, sofern es verletzt wurde, um es von seinem Leiden zu erlösen. Sorge bereitet auch die größere Zahl an Wildschweinen im Umland. Diese waren früher in der Gegend nicht so verbreitet. Aber der vermehrte Anbau von hochstehenden Pflanzen wie Mais oder Raps böten den Tieren gute Deckung. „Und es ist schon ein Unterschied, ob man mit einer 120-Kilo-Wildsau zusammenstößt oder mit einem 50-Kilo-Reh“, meint Haak.

Schon 170 Anlagen angebracht

Abhilfe sollen nun Wildwarnanlagen schaffen. Stadt, Städteregion und die örtliche Jägerschaft haben bei Anschaffung und Anbringung an der Kreisstraße kooperiert. 170 dieser Wildwarnanlagen haben Haak und Teams der örtlichen Jägerschaft entlang der Straße an den weiß-schwarzen Leitplanken angebracht. Die Warnanlagen sind mit Reflektoren in verschiedenen Blautönen versehen.

„Sie sind so angebracht, dass sie das Licht der Autoscheinwerfer ins Feld reflektieren. Blau kommt so in der Natur nicht vor und irritiert das Wild“, erläutert Haak die Wirkung der Warnanlagen. Studien haben gezeigt, dass mit dieser Maßnahme eine Unfallreduzierung um 68 bis 80 Prozent erreicht werden kann.

Die Bedingungen jedenfalls sind an der Orsbacher Straße gegeben. „Die Straße verläuft weitgehend eben, Gefälle stören die Lichtreflexion nicht“, erläutert Engels. Zusätzlich zu den optischen Warnanlagen wurden an besonderen Unfallschwerpunkten sechs akustische Warnanlagen installiert, die zum Licht einen Warnton aussenden.

Rund 2500 Euro hat die Maßnahme insgesamt gekostet. „Wir hoffen auch, dass Autofahrer, die diese Reflektoren wahrnehmen, ihr Fahrverhalten anpassen und entsprechend umsichtiger fahren“, fügt Engels hinzu. Zwar warnen auch Schilder vor Wildwechsel an der Strecke, diese würden jedoch oft übersehen.

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