Aachen - „Orlando“: Was das Leben lebenswert macht

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„Orlando“: Was das Leben lebenswert macht

Von: Valerie Barsig
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Freuen sich auf die Premiere in der Kammer: Paul-Georg Dittrich und Pia Dederichs stellen die Idee hinter „Orlando“ vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Ein jeder ist doch auf der Suche in seinem Leben nach dem, was ihn tief fühlen lässt und auf den Grund der eigenen Seele führt“, sagt Inge Zeppenfeld, Chefdramaturgin am Theater Aachen. Mit ihrem Satz bezieht sie sich auf das Stück „Orlando“ aus der Feder von Virginia Woolf, das am 20. September Premiere in der Kammer feiert.

„Es ist ein Ritt durch Jahrhunderte, Orte und Abenteuer. Es geht um Geschlechter und ihre Rollen und um das, was das Leben lebenswert macht“, fasst Zeppenfeld zusammen.

Orlando wird mit 16 Jahren zum Schatzmeister von Königin Elisabeth I., die ihm wünscht: „Werde nie alt!“. Daraufhin begleitet der Zuschauer ihn durch 400 Jahre seines Lebens und der Zeitgeschichte, Kriege und Abenteuer und sogar die Veränderung seines Geschlechts. Zeit seines Lebens arbeitet er – und sie – an der Vollendung des Gedichtes „Die Eiche“. Mit den Erfahrungen wächst das Poem wie der Baum des Lebens immer weiter, manchmal geht er zurück und blüht dann wieder auf. Das Stück – eine Biografie darüber, was eine leidenschaftliche Lebenseinstellung ausmacht.

Und wie in der modernen Zeit auch, wird die Lebensgeschichte per Video versucht zu dokumentieren. Steffen Kraska, Videodesigner, hat Regisseur Paul-Georg Dittrich mit ins Boot geholt. „Vier Monitore stehen zur Verfügung, mit denen die Schauspieler agieren“, erzählt Dittrich. Mehr will er allerdings noch nicht verraten.

Vier Schauspieler verkörpern Orlando in seinen verschiedenen Phasen seines Lebens. „Dabei kann auch der Mann den weiblichen Orlando oder die Frau den männlichen Orlando spielen“, erklärt Dittrich das Schauspielkarussell. Bis 1928, also dem Jahr der Bucherscheinung wird Orlando begleitet. Am Ende bleibt die Frage nach dem, was er heute tun könnte, wie jetzt sein Leben aussieht. „Heute haben wir so viele Möglichkeiten, die Frauen in der Zeit von Virginia Woolf nicht hatten und gleichzeitig sind wir beengt in den Alltagspflichten“, findet Inge Zeppenfeld. „Das ist Etwas, das Virginia Woolf bereits voraus gesehen hat.“

Eintauchen in die bunte Welt von Orlando kann man noch bis Februar kommenden Jahres. Karten kosten im Internet auf www.theateraachen.de 23,60 Euro, ermäßigt 15,35 Euro.

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