Organspende? Jeden kann´s treffen

Von: tm
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Aachen. Organspenden sind ein Thema, das vielen Menschen noch immer fern scheint und das doch jeden ganz plötzlich direkt betreffen kann. Das Pius-Gymnasium hat daher in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse die gesamte Oberstufe zu einer Talkrunde geladen, um bei ihnen ein Bewusstsein für Organspenden zu schaffen.

Dazu begrüßten die Schüler auch eine Reihe prominenter Gäste, darunter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die die noch immer geringe Zahl an Spendern bedauert. „Wir können gar nicht genug darum werben”, erklärte sie.

Es sei immer gut, wenn Lehrer oder auch Schüler sich aktiv mit dem Thema Organspende auseinandersetzen würden. Eine Brücke zu den jungen Hörern bildete der Hamburger Rapper Bo Flower, der sich mit anderen Künstlern mit dem Musikprojekt „Von Mensch zu Mensch” für Organspenden einsetzt und im Anschluss einige Lieder spielte.

„Ich will nicht sagen: Mach es!” betonte er, „aber denkt mal darüber nach.” Er selbst habe sich vor dem Projekt auch nur wenig mit dem Thema auseinandergesetzt, doch wisse er nun, wie wichtig es sei, sich dafür stark zu machen. „Denn es kann jeden treffen.”

Norbert Klusen von der Techniker Krankenkasse kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Nur eine Lebertransplantation hatte sein Leben gerettet. Auch Denis Nork, dem durch eine Spenderniere geholfen wurde, berichtete von seinen Erfahrungen. Für Professor Jürgen Flöge vom Universitätsklinikum Aachen ist er „das ultimative Beispiel”, denn es traf Denis völlig unerwartet und das, obwohl er erst Anfang 20 war.

„Ja, jeder kann eine Niere haben und ja, in jedem Fall zahlt das die Krankenkasse,” bestätigte Flöge, „Aber wir müssen erst mal eine Niere haben.” Noch immer sei es oft schwer, Spender zu finden. Die Fragen der Schüler zeigten, dass sie sich mit dem Thema ernsthaft beschäftigen. Sie fragten nach dem Stand der Stammzellenforschung, nach möglichen Komplikationen und erkundigten sich, wer auf dem Podium selber Spender wäre.

Auch Schulsprecher Jakob Oczko ist Spender. „Ich habe das Gefühl”, sagte er, „dass ich so nach meinem Tod noch etwas Gutes tun kann.”
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