Open-Air-Kino im Tivoli mit gigantischer Leinwand

Von: Stefan Herrmann
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Pünktlich zum Filmstart Donnerstagabend steht die Leinwand im Tivoli: Den Aufbau und Testlauf hat Kinobetreiber Leo Stürtz gestern beobachtet. Die Open-Air-Reihe geht bis zum 21. Juli. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Beim Blick von den VIP-Rängen des Tivoli auf die im Innenraum liegende Leinwand kam der kritische Beobachter Mittwochmittag kurz ins Grübeln: „Es ist noch reichlich Luft nach oben im Öcher Open-Air-Kinogeschäft!“, mochte er sich denken.

Doch die Befürchtungen wurden in Minutenschnelle vom Winde verweht. Genauer gesagt: vom Luftstrom zweier großer Gebläse, die die gigantische aufblasbare Leinwand in Rekordzeit in die Höhe pumpten.

Es ist alles andere als eine Luftnummer, was die Besucher ab Donnerstag im Fußballtempel erwartet, wo ansonsten Alemannias Kicker auf Torejagd gehen. Das Open-Air-Kino im Tivoli verspricht cineastische Leckerbissen für die ganze Familie. Und auch wenn der Sommer gerade eine Mini-Pause einlegt, Kinobetreiber Leo Stürtz freute sich schon am Mittwoch auf den Start der Filmreihe unter freiem Himmel, die am Donnerstag mit dem französischen Komödien-Hit „Monsieur Claude und seine Töchter“ startet.

Damit zur Premiere alles glattläuft, herrschte am Mittwoch Arbeitseifer und Disziplin wie auf einem Dreimaster. Und Segelerfahrungen waren in der Tat von Vorteil, als ein wiederholtes „Eins, Zwei, Go!“ durchs weite Rund schallte. Dann zog die Crew wie ein Mann (mit reichlich weiblicher Unterstützung) an der rund eine Tonne schweren Plastikplane, bis sie an Ort und Stelle lag. Die ist übrigens deutlich näher als bei der Open-Air-Kino-Premiere im Tivoli im Jahr 2012.

Damals stand die Leinwand noch auf der aus Zuschauersicht gegenüberliegenden Seite des Platzes. Nun rückt das Kinovergnügen noch näher ran an die Besucher und steht nur wenige Meter vor den ersten Reihen des VIP-Bereichs. Dort finden bis zu 1200 Filmfreunde pro Vorstellung Platz und können Kino im XXL-Format genießen. Hits wie „Honig im Kopf“ werden auf eine 20 Meter breite und exakt 11,25 Meter hohe Leinwand projiziert. „Auf diese aufblasbaren Modelle setzen mittlerweile weltweit Organisatoren von Open-Air-Events“, weiß Stürtz. Erneut hat er den Experten Christoph Schreiber angeheuert. Ein Truck hat das Equipment aus München angeliefert. Innerhalb eines Tages war dann am Mittwoch alles angerichtet fürs Kinovergnügen unter (fast) freiem Himmel.

Erlös geht an Flüchtlingsprojekte

Denn die Zuschauer sitzen durchaus sicher vor Regentropfen im exklusiven und selbstredend überdachten VIP-Bereich. Die Bewirtung übernimmt in diesem Jahr übrigens das Eurogress: Getränke, Popcorn, Brezeln und – im Stadion Pflicht – Currywurst runden den außergewöhnlichen Kinoabend ab.

Um all das zu stemmen, haben die Organisatoren des Gemeindedienstes des Rotary Clubs Aachen-Nordkreis einige potente Sponsoren ins Boot geholt. Denn die Besucher können sich mit dem Kauf einer Eintrittskarte nicht nur auf einen schönen Kinoabend freuen, sondern tun zeitgleich etwas für den guten Zweck.

Der Reinerlös des 13-tägigen Open-Air-Events geht nämlich an regionale Projekte, die jungen unbegleiteten Flüchtlingen unter die Arme greifen. Würden am Ende alle Vorstellungen „Ausverkauft!“ melden, wären 15.000 Menschen gekommen. Stürtz nennt als realistisches Ziel 8000 Besucher. „Das wäre ein schönes Ergebnis!“ Damit sich der Wunsch nicht in Luft auflöst, sind nun Aachens Filmfreunde gefragt.

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