Aachen - „One Billion Rising“: Aufstehen für eine Welt ohne Gewalt

„One Billion Rising“: Aufstehen für eine Welt ohne Gewalt

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Tanzen gegen Gewalt: 200 Menschen folgten dem Aufruf von „One Billion Rising“ und kamen am Dienstag zum Elisenbrunnen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Dick eingemummelt in einen pinken Schal und mit pinker Mütze stand Gerda Zwerau noch etwas skeptisch am Elisenbrunnen. „Das ist das erste Mal, dass ich bei der Aktion mitmache“, erzählte die 36-jährige. Mit „der Aktion“ bezog sich die Sozialpädagogin auf „One Billion Rising – Für eine Welt ohne Gewalt, Sexismus und Ungleichheit“, die am Dienstagabend am Elisenbrunnen stattfand.

Das Frauennetzwerk Städteregion hatte für den diesjährigen Aktionstag ein breites Bündnis an Unterstützerinnen und Mitwirkenden gewonnen. Unter dem Motto „Rise! Disrupt! Connect!“ gingen am 14. Februar weltweit Menschen auf die Straße, um zu tanzen, demonstrieren und um das Ende der Gewalt gegen Frauen zu fordern. Am Elisenbrunnen versammelten sich knapp 200 Menschen – Frauen wie Männer. Choreographin Lazara Saez Alfonso hatte mit Interessierten den Tanz einstudiert, der um diese Zeit in vielen Städten und Ländern aufgeführt wurde.

Sybille Keupen, Vorstand des Frauennetzwerkes und Leiterin der Bleiberger Fabrik, freute sich, dass so viele Menschen gekommen waren, um ihre Solidarität auszudrücken. Angelika Gey von „Frauen helfen Frauen“ bezog sich in ihrer Rede auf erschreckende Zahlen: „Mord, Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung und Stalking – im Jahr 2015 wurden fast 128.000 Menschen als Opfer von Partnergewalt in diesen Straftatengruppen erfasst. Ungefähr 82 Prozent der Gewaltbetroffenen sind weiblich. Auch wenn die Zahlen bekannt sind, geht kein Aufschrei durch die Bevölkerung. Umso wichtiger ist es, dass so viele Menschen heute tanzen und ein Zeichen setzen“, so Gey.

Auch die Themen Zwangsprostitution, sexualisierte Gewalt und die internationale Lage von Frauenrechten wurden beleuchtet. Zwischendurch sorgte die tanzende Menge immer wieder für ausgelassene und energiegeladene Stimmung.

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