Olaf Müller will Landrat in Düren werden

Von: Matthias Hinrichs
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Muss sich Ende Oktober zunächst parteiintern gegen den Landtagsabgeordneten Peter Münstermann durchsetzen: Olaf Müller, seit sieben Jahren Leiter des Aachener Kulturbetriebs, will 2015 als SPD-Kandidat für die Landratswahl in Düren antreten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Im Dreiländereck hat er in den vergangenen sieben Jahren vor allem als erster Leiter des städtischen Kulturbetriebs Impulse für den viel zitierten „weichen Standortfaktor“ gesetzt. Im kommenden Jahr könnte Olaf Müller auch beruflich in seine Heimatstadt Düren zurückkehren, wo er seit Jahr und Tag wohnt.

Der 55-Jährige will am 13. September 2015 für die SPD bei den Landratswahlen im Kreis Düren antreten. In Aachen wurde seine Kandidatur freilich durchaus mit gemischten Gefühlen aufgenommen – auch wenn sie noch nicht ganz in den berühmten trockenen Tüchern ist: „Sein Weggang würde einen riesigen Verlust für die Stadt bedeuten“, sagte Kulturdezernentin Susanne Schwier am Donnerstag auf Anfrage. „Aber ich habe großes Verständnis dafür, dass er etwas Neues wagen will.“

Duell gegen Münstermann

Die nächste entscheidende Hürde als potenzieller Nachfolger des amtierenden Landrats Wolfgang Spelthahn muss Müller in gut zwei Wochen allerdings noch nehmen – parteiintern. Am 25. Oktober tritt er zur Kampfkandidatur gegen den Dürener Landtagsabgeordneten Peter Münstermann an. „Nachdem mich viele Parteikollegen und Wirtschaftsvertreter darum gebeten haben, habe ich mich entschlossen, die große Herausforderung anzunehmen“, sagte der gelernte Buchhändler, studierte Germanist und Vater eines Sohnes der AZ am Donnerstag. Der SPD gehöre er seit 30 Jahren an, sei stets „ein politischer Mensch“ gewesen. „Wenn ich gehe, dann tue ich das aber in jedem Fall auch mit einem weinenden Auge“, meinte er. Als Chef des 2007 gegründeten Kulturbetriebs habe er an zahlreichen wichtigen Entwicklungen maßgeblich teilhaben können, etwa der Schaffung der „Route Charlemagne“ und dem Umzug des Stadtarchivs, nicht zu vergessen die erfolgreiche Organisation der großen Ausstellungs-Trias zum Karlsjahr.

„Er war der richtige Mann am richtigen Platz“, würdigte Kulturdezernentin Susanne Schwier Müllers Verdienste. „Er zeichnet sich aus durch profunde Kenntnisse und hat sich als exzellenter Netzwerker über die Grenzen der Stadt hinaus hervorgetan.“ Auch die freien Initiativen verdankten seinem unablässigen Engagement viel.

Olaf Müller, geboren am 30. September 1959 als Sohn eines Dürener Polizeibeamten und einer Sekretärin, studierte nach seiner Ausbildung zum Buchhändler von 1981 bis 1989 Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Komparatistik und Philologie an der RWTH, arbeitete danach zunächst als Buchhändler und Journalist. Von 1992 bis 1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten Hans Alt-Küpers.

Im November 1995 wechselte er ins damalige Kulturamt der Stadt Aachen, war dort unter anderem verantwortlich für die kulturelle Zusammenarbeit in der Euregio. Englisch, Französisch, Niederländisch und Italienisch beherrscht er fließend. Ab Oktober 1996 war er im Amt für Wirtschaftsförderung zuständig für die Ressorts Europäische Angelegenheiten und Hochschulen. Unter anderem lag die Gesamtorganisation der Karlspreisverleihungen an den damaligen US-Prädidenten Bill Clinton im Jahr 2000 und an Papst Johannes-Paul II. 2004 in seinen Händen. Er ist Herausgeber zahlreicher Publikationen rund um die Karlspreisträger seit 1991. Seit 1. März 2007 ist er als Leiter des Kulturbetriebs verantwortlich für die Museen, das städtische Veranstaltungsmanagement, Stadtarchiv, Musikschule, Bibliothek, Barockfabrik und Route Charlemagne.

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