Ohne Musik geht nichts in Laurensberg

Von: Carsten Rose
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Quer durch alle Generationen: Die Musikgemeinschaft der Kirche St. Laurentius in Laurensberg führt mit einer Mischung aus Laienchor, Kinderchor und dem Kammerorchester an den ersten beiden Adventssonntagen das Weihnachtsoratorium von Bach auf. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Im Mittelpunkt eines Gottesdienstes stehen der christliche Glaube und die Inhalte der Bibel. Allein bei dieser Botschaft bleibt es in der katholischen Kirche St. Laurentius aber nicht: Die Kirchenmusik, das gemeinsame Singen und Musizieren sämtlicher Generationen, hat in der Laurensberger Gemeinde einen ebenso hohen Stellenwert.

Alle Musizierenden wollen die Messen „erlebbarer“ machen. Momentan ölen Kantor Gregor Jeub und drei Musikgruppen von St. Laurentius ihre Stimmen und Instrumente für Bachs großes Weihnachtsoratorium.

„Die Musik wird bei uns sehr großgeschrieben“, sagt Jeup. Ein Blick auf die Mitgliederzahlen der Chöre und Orchester belegt seine Aussage: 115 Sänger umfasst momentan der Laienchor, 80 Kinder von der zweiten bis achten Schulklasse singen in zwei Kinderchören. Hinzu kommen der junge Chor canto@campum, ein Kinderinstrumentalkreis und eine Choralschola.

280 Musiker pro Woche

„Wenn man alle Gruppen ab dem Kindesalter zusammenzählt“, erklärt Pressesprecherin Monika Debye, „haben wir 280 Leute pro Woche hier zur Probe“. Dazu zählt auch ein Streichorchester, das einmal in der Woche zusammenkommt. Mit dem, erzählt Jeub stolz, könne man auch die „richtig harten Schinken“ spielen. Zu diesen „harten Schinken“ zählt durchaus auch das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach von 1734. An den kommenden ersten beiden Adventssonntagen stehen der Laienchor, Mitglieder des Kinderchores und der Kammerorchester mit diesem Werk auf der Bühne – Jung und Alt gemeinsam.

Nachwuchsförderung

Zu den erfahrenen Sängern des Hauptchores gesellen sich die ältestens – Schüler ab der fünften Klasse und zehn Jahren – des Kinderchores stimmlich hinzu.

Nachwuchsförderung ist hierfür das Stichwort: „Es ist bei uns eine übergreifenden Maßnahme, die Jüngsten unserer Chöre an die große Musikliteratur heranzuführen“, sagt Chorleiter Jeub, der seit 1985 verantwortlich für die Musik in St. Laurentius ist.

Jeub und Debye hoffen natürlich, den Sänger-Nachwuchs für lange Zeit in die musikalische Arbeit der katholischen Kirchengemeinde einbinden zu können; in Kürze feiert ein Mitglied bereits sein 70-jähriges Chorjubiläum. Für Debye ein Beweis für eine „absolute Gemeinschaft aus Jung und Alt“, die wöchentlich in Laurensberg miteinander singt.

Dass dies seit Jahren der Fall ist, ist auch ein Verdienst des Anfang Oktober verstorbenen Pastors Wilhelm Jansen. „Wilhelm Jansen hat hier viel gefördert und viel für die Musik getan“, sagt Petrus Rick, Vorsitzender des Kirchenchores St. Laurentius. Jansen habe zuletzt auch selbst im Chor mitgesungen.

Der Kirchenchor St. Laurentius tritt derweil nicht nur in den Kirchen der Kaiserstadt auf: Zu seinem 125-jährigen Jubiläum führte der Chor in Aachens spanischer Partnerstadt Toledo den „Messias“ auf. Für Petrus Rick bleibt eine Fahrt 2012 nach Italien in besonderer Erinnerung: „Wir haben in Rom im Petersdom gespielt – das war ein Höhepunkt.“

In die Stadt des Papstes präsentierte das große Ensemble aus Chor und Orchester auch in der Lateranbasilika seine doppelchörige Vokal- und Instrumentalmusik. Mit Bauten einer solchen Größenordnung kann St. Laurentius an den ersten beiden Adventssonntagen nicht aufwarten – aber dafür wohl mit einem vollen Haus. Gut 370 Karten fasst das Kartenkontingent jeweils für beide Konzerte. „Dann platzt die Kirche auch aus allen Nähten“, so Debye.

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