Aachen - OGS: Liberale gegen die Sonderförderung

OGS: Liberale gegen die Sonderförderung

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Aachen lässt sich seine Offenen Ganztagsgrundschulen eine Menge kosten. Denn was die Zahl der Plätze betrifft, da ist Aachen einer der Spitzenreiter des Landes. 3200 Kinder besuchen an 37 Grund- und fünf Förderschulen eine OGS.

Der Versorgungsgrad beträgt damit 40 Prozent. Und die Rechnung ist einfach. Je mehr Plätze es gibt, desto mehr Geld muss investiert werden, wobei es dafür auch Mittel vom Land gibt. Und zwar 615 Euro pro Kind pro Schuljahr und 1230 Euro für jedes Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Schuljahr. Zusätzlich gibt es Lehrerstellen und 410 Euro pro Kind aus dem städtischen Etat. Und die Stadt erhebt je nach Einkommensklasse der Eltern Beiträge von bis zu 150 Euro im Monat.

Spielraum bei der Stadt

All das ergibt den finanziellen Spielraum für die Gestaltung der Offenen Ganztagsschulen. „Das Land überlässt dem Schulträger die Finanzierung der OGS-Gruppen, und wir finanzieren gruppenweise”, erklärt Evelin Wölk vom städtischen Pressebüro. Eine Gruppe zählt normalerweise 25 Kinder. Die FDP findet diese Finanzierung ungerecht und spricht sich für eine Pro-Kopf-Bezahlung aus. „Sind in einer Gruppe statt 25 nur 19 Kinder, dann werden dort sechs Kinder mitfinanziert, die es gar nicht gibt. Dadurch entsteht eine Quersubvention von OGS-Plätzen”, erklären die Schulpolitikerinnen Gretel Opitz und Julia Frambach. Diesen „Missstand” wollen sie nun zurück auf die politische Tagesordnung holen.

Und noch mehr stört die Liberalen. Die Stadt behält sich die Möglichkeit vor, Brennpunktschulen, also solche in sozial schwächeren Stadtteilen, besonders zu fördern. Derzeit gibt es in Aachen 15 Brennpunktschulen, die für 25 Kinder 40.000 Euro Personalkosten erhalten, während andere Grundschulen mit 31.200 Euro auskommen. „Wir finden aber, dass alle Schüler gleich sind und gleichermaßen gefördert werden sollen - begabte wie benachteiligte”, kommentiert Frambach. Sie verweist auf einen Erlass des Landes über die Anforderungen einer OGS: „Sie sorgt für ein umfassendes Bildungs- und Erziehungsangebot, das sich an dem jeweiligen Bedarf der Kinder und der Eltern orientiert.”

Dem fügen die Politikerinnen hinzu: „Alle Kinder in dieser Stadt haben diesen Bedarf. Nicht nur die an Brennpunktschulen.” Einer besonderen Förderung dieser Schulen wolle man sich nicht verschließen - aber nicht aus dem OGS-Gesamtetat. „Wenn die Politik diese Schulen für wichtiger hält, dann muss sie auch zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen”, sagt Opitz.
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