Aachen - „Offenes Aachen“: Beeindruckendes Fest im Elisengarten

„Offenes Aachen“: Beeindruckendes Fest im Elisengarten

Von: Carolin Cremer-Kruff
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„Ring der Verbundenheit“: Die Besucher konnten hier ihre ganz persönlichen Botschaften zu Demokratie und Toleranz aufschreiben.
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Vielfalt leben: 3000 bunte Luftballons stiegen zum Abschluss in den Aachener Himmel. Foto: Andreas Herrmann
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Vielfalt leben: 3000 bunte Luftballons stiegen zum Abschluss in den Aachener Himmel. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Picknickdecken jeglicher Couleur werden auf dem Rasen ausgebreitet, Kinder spielen Fangen oder schlecken an ihrem Eis, Hunde strecken genüsslich alle Viere von sich, an fast jedem Kinderwagen wippen im Takt der Fahrt bunte Luftballons, von der Bühne erklingt Musik und zu alledem scheint die Sonne nonstop vom Himmel herab.

Das klingt ein bisschen nach einem friedlichen Sommertag wie er im Buche steht. Aber genauso zeigte sich das Event „Gemeinsam Vielfalt feiern“ am Sonntagnachmittag im Elisengarten bis in den frühen Abend hinein – live und in Farbe. Die bunte Kulturveranstaltung bildete den Höhepunkt des von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen ins Leben gerufenen mehrmonatigen Projekts „Offenes Aachen! Initiative für Demokratie, Menschenwürde, Vielfalt“. Bei den Aachenern kam das an und zeigte: Demokratie ist kein abstrakter Begriff, Demokratie begegnet uns Tag für Tag.

Im Herbst vergangenen Jahres entstand die Idee zu der Initiative. „Viele Entwicklungen wie der zunehmende Rechtsradikalismus und der Fremdenhass gaben Anlass dazu. Wir wollten nicht länger auf dem Sofa sitzen und zuschauen, sondern etwas tun und den Menschen in unserer Region, die die demokratischen Werte hochhalten, eine Plattform geben, um sichtbar zu werden“, erklärt Norbert Greuel von der Projektgruppe „Offenes Aachen“. Herzstück der Initiative ist die „Aachener Erklärung für Demokratie“, die bereits vor dem Fest 3000 Menschen unterschrieben hatten.

So vielfältig wie das Publikum, das sich im Elisengarten versammelte, war auch das gebotene Bühnenprogramm: ein gelungener Mix aus insgesamt 27 kurzen Wort- und Musikbeiträgen verschiedener Akteure. Musiker wie das Schlagsaiten-Quantett, Rick Takvorian, Dieter Kaspari und Detlef Malinkewitz ließen den Elisengarten vibrieren. Wortbeiträge von Gästen aus Kultur, Politik und Wirtschaft regten auf ganz unterschiedliche Weise zum Nachdenken an.

Manchmal auch mit konkreten Empfehlungen für den Alltag: „Auch wenn hier in Aachen der Zusammenhalt deutlich spürbar ist, müssen wir noch mehr Anstrengungen unternehmen, um die Offenheit zu wahren. Wir dürfen Demokratie nicht nur gelegentlich zelebrieren, sondern müssen sie Tag für Tag leben. Das fängt schon damit an, dass wir mit unseren Nachbarn oder auch mit unseren Arbeitskollegen sprechen“, so Idris Malik vom Vorstand der Bilal Moschee.

Aus allen Ecken hört man verschiedene Sprachen: Deutsch, Niederländisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Türkisch. Beim Kinderschminken verwandeln die kleinen Besucher sich in Marienkäfer, Schmetterlinge oder Batman. Und schon am Eingang werden die neu ankommenden Besucher an den Ständen der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen und Pulse of Europe mit Luftballons, Taschen, Buttons und Aufklebern ausgestattet.

Vielfalt findet auch der fünfjährige Klaas gut. Eine Palme, einen Roboter, einen Drachen, einen Blitz und einen Baum haben er und sein Opa Karl-Heinz Striegel bereits auf den „Ring der Verbundenheit“, eine drei Meter hohe Ringskulptur, gemalt, die direkt neben der Bühne aufgestellt wurde und auf der sich jeder Besucher verewigen kann. „Die Leute sind begeistert von dieser Aktion, hier herrscht reger Betrieb.

Viele nutzen auch die Gelegenheit, sich ihren eigenen kleinen ‚Ring der Verbundenheit’ zu gestalten“, so Sebastian Schmidt, Künstler und Initiator der Aktion. Und nicht nur das. Es werden mit Sicherheit auch die unterschiedlichen Anregungen sein, die viele Besucher mit nach Hause genommen haben. Denn Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit und die demokratischen Grundwerte müssen tagtäglich verteidigt werden – auch in Aachen.

Dass dies in Zukunft gelingen wird, bewies der Schluss der Veranstaltung mit Gänsehaut-Momenten: Die Besucher verschmolzen zu einem Chor, der John Lennons Friedenshymne „Imagine“ anstimmte, anschließend wurden bunte Luftballons in den Himmel entsandt.

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