Offene Debatte über Zuwanderung weiter führen

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Stellten sich den Fragen des Publikums: Staatsministerin Aydan Özoğuz, Özgür Kalkan, Vizevorsitzender der AG Migration und Vielfalt, Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt sowie Moderatorin Ye-One Rhie (v.l.). Foto: Stephanie Küppers

Aachen. „Nun sag, wie hältst du es mit der Integration?“ Das war die zentrale Frage des Dialogabends, zu dem die SPD Aachen in die Burg Frankenberg eingeladen hatte. Als Gastrednerin war Aydan Özouz, Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, eigens aus Berlin angereist.

Der Umgang mit dem Thema hat spätestens seit der veränderten Flüchtlingssituation eine neue Debatte ausgelöst. Viele Aachener engagieren sich nicht erst seitdem beispiellos dafür, dass Integration gelingt. Da war es kaum verwunderlich, dass rund 30 weitere Stühle hergeschafft werden mussten, um den mehr als 100 Interessierten einen Sitzplatz anzubieten.

Die Aachener Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt eröffnete den Abend und adressierte einen großen Dank an das ehrenamtliche Engagement und das Zusammenwirken von Behörden, Institutionen und Hilfsorganisationen, ohne die die Aufnahme so vieler Menschen im Dreiländereck nicht gelungen wäre.

Ernüchternd sei es gewesen, dass zwischen den ersten Gastarbeitern und einem Gesetz, das Sprachkurse für Asylbewerber fest vorschreibt, mehr als 50 Jahre vergangen sind, stellte Özouz in ihrem anschließenden Vortrag fest.

„Ein großer Satz nach vorn“

Wenn man bedenke, dass Sprache eines der wichtigsten Kriterien sei, um sich in einem Land zurecht zu finden, sei das eine sehr lange Zeit. „Umso mehr freut es mich, dass wir jetzt mit dem Integrationsgesetz einen großen Satz nach vorne gemacht haben. Sobald Menschen hier ankommen, steht ein Angebot von Sprach- und Integrationskursen bereit“, lobte die Staatsministerin. Inzwischen hätten knapp 15 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bundesministerien einen Migrationshintergrund – die meisten unter ihnen arbeiteten überraschenderweise im Verteidigungsministerium.

Dass das Thema nicht frei von Konflikten ist, zeigte sich zuweilen in der anschließenden Diskussion. Gerade die Bearbeitungszeiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seien für die Menschen, die wochenlang im Ungewissen lebten, eine Zumutung, hieß es etwa. Es sei deshalb umso wichtiger, dass Deutschland endlich ein Einwanderungsgesetz auf den Weg bringe.

Wichtig sei es nun, nach vorne zu blicken. Schließlich brauche man Lösungen für die Menschen, die bereits im Land sind. Die Probleme, die aktuell dabei auftauchen, hielt ein Mann aus dem Publikum für lösbar: „Allerdings nur, wenn wir eine offene Diskussion darüber führen. Wir dürfen uns die Welt nicht schönreden.“

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