ÖPNV der Zukunft? CDU will Schwebebahn für Aachen

Von: Albrecht Peltzer
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Ein Vorbild: die Hochbahn der Dortmunder Uni. Die in Aachen angedachte „Campus-Bahn” soll laut CDU und CDA mit modernster Technik ausgestattet Vorbild für die Weiterentwicklung des hiesigen ÖPNV sein.

Aachen. Das eigentliche Datum, das Marcel Philipp im Blick hat, ist der 28. Oktober 2009. An diesem Tag konstituiert sich - unabhängig davon, ob im Juni oder erst im Herbst gewählt wird - der neue Stadtrat. Und Philipp will an diesem Tag als neuer OB seine erste Ratssitzung leiten.

Aber Marcel Philipp ist nicht auf kurze Zeitspannen fixiert. Im Gegenteil. „Um Aachen voranzubringen, brauchen wir langfristig angelegte Konzepte”, sagt der Christdemokrat.

Zum Beispiel in Sachen Mobilität und Verkehr. Und so ist das, was jetzt parteiintern und dann auch öffentlich diskutiert werden soll, für Marcel Philipp und seine Mitstreiter alles andere als Utopie. Eher eine Vision. „Aber eine absolut realistische.”

Aachens ÖPNV soll in den nächsten 20 bis 30 Jahren auf komplett neue Füße gestellt werden. Oder man sollte besser sagen: Stelzen. Eine - im landläufigen Jargon - Schwebebahn ersetzt mehr und mehr den Busverkehr.

Mit modernster Magnettechnik ausgestattet, auf Knopfdruck anzufordern, automatisch - „es gibt sehr sehr viele Ideen, wie sich so etwas entwickeln kann”, sagt Philipp. Nur eins zählt: „Jetzt keine Zeit verlieren, um alle Potenziale auszuschöpfen.”

Dass eine Hochbahn schon jetzt in der Planung ist, ist den Campus-Projekten der Hochschule zu verdanken. Die sollen vom Templergraben aus über den Westbahnhof erschlossen werden. Die Bahn soll laut CDU-Vorschlag Basis sein für die Weiterentwicklung des Schienensystems in der Region.

Denn es geht nicht nur um die Stadt selber. In den Reihen der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist das Konzept einer umfassenden Vernetzung aller Schienenverkehre in der Euregio in Arbeit.

Die Realisierung der Campusbahn steht an erster Stelle. Nächste Idee: Verknüpfung des Nordkreises und der Innenstadt. Aber nicht - wie schon mehrfach diskutiert und geplant - über die Euregiobahn.

„Für den Straßenverkehr nicht geeignet”, sagen die CDA´ler Paul Radermacher und Jörg Lindemann, die sich seit einiger Zeit mit der Zukunft des ÖPNV befassen. Auf Basis der Campus-Bahn sollte auch hier eine moderne Hochbahn die herkömmliche Schiene ersetzen.

In der dritten Ausbaustufe sehen Philipp und seine Mitstreiter das sogenannte „Mono-Railnetz” für Aachen-Stadt und -Land. Fünf Linien sind angedacht: Von Vaals über die Innenstadt nach Hoengen; von Brand nach Avantis (Heerlen); von Burtscheid bis Klinikum; von der Monschauer Straße bis nach Kohlscheid; vom Hangeweiher bis Eilendorf. Philipp: „Wir müssen beim Individualverkehr und beim ÖPNV eben radikal umdenken. Aus ökologischen Gründen, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, der Funktionalität.”

Aber: Passt das nach Aachen? Aachen als Stadt der (Magnet-)Schwebebahn? Im Team von Marcel Philipp ist man von dieser Idee absolut überzeugt. Lediglich im unmittelbaren Stadtkern, am Elisenbrunnen, könnte es technische und städtebauliche Probleme mit einer Hochbahn geben.

Marcel Philipp spricht von einem „spannenden Prozess”, von breiter Diskussion darüber, wie der ÖPNV der Zukunft aussehen kann. Oder besser: muss. Denn schon jetzt stoße man an Kapazitätsgrenzen, Vorgaben in Sachen Luftreinhaltung seien mit herkömmlichen Methoden nicht einzuhalten. Sein Credo sei daher: euregional denken und handeln, Aachens Pfund als Stadt der Wissenschaft in die Waagschale werfen. „Wir wollen das jetzt angehen.”
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