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Ölanschläge: 26-jähriger Stolberger festgenommen

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Bei der Suche nach dem Täter der Ölanschläge auf Motorradfahrer war die Aachener Polizei jetzt erfolgreich.

Aachen. Der Täter, der Anfang April in Roetgen, Simmerath und Stolberg Ölspuren auf Landstraßen gelegt hatte, ist offenbar gefasst. Am Donnerstagmorgen verhaftete die Aachener Kriminalpolizei einen 26 Jahre alten Mann aus Stolberg, der die Taten noch am selben Tag gestand.

Er soll in den vergangenen Wochen überdies 14 Verkehrsschilder in Hürtgenwald, Monschau, Simmerath und Stolberg mit Hakenkreuzen beschmiert haben. Die Scherben zertrümmerter Leuchtstoffröhren auf der L 246 in Nideggen und auf der L 12 zwischen Roetgen-Mulartshütte und Simmerath-Lammersdorf hat er nach Angaben der Aachener Staatsanwaltschaft bisherigen Erkenntnissen zufolge allerdings nicht ausgelegt. Die Ermittlungen dauern an.

Der Durchbruch gelang der Kriminalpolizei mit Hilfe zweier Zeugenaussagen. Jost Schützeberg, Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, erklärte´ auf Anfrage unserer Zeitung, zwei Zeugen hätten bei Vernehmungen unabhängig voneinander die Vermutung geäußert, der 26-Jährige aus Stolberg könne in Zusammenhang mit den gelegten Ölspuren stehen. Weitere Ermittlungen der Polizei hatten den Verdacht gegen den Mann erhärtet, die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl. Wie die beiden Zeugen ihren Verdacht gegen den Mann begründeten, ließ Schützeberg offen; beobachtet hatten sie ihn beim Legen der Ölspuren aber offenbar nicht.

In der Vernehmung hatte der Mann aus Stolberg am Donnerstag einen verwirrten Eindruck gemacht. Am Abend wurde der Mann von einer auf Antrag der Staatsanwaltschaft hinzugezogenen psychologischen Sachverständigen begutachtet. Aufgrund ihres Gutachtens beantragte die Staatsanwaltschaft noch am Donnerstagabend die vorübergehende Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Einrichtung. Das Amtsgericht Aachen gab dem Antrag statt. Die Unterbringung des Mannes gilt zunächst für maximal sechs Monate.

Über die Lebensumstände des Mannes ist bislang wenig bekannt. Er sei alleinstehend und habe allein gelebt, sagte Schützeberg. Ob er Familie hat und ob er einer Arbeit nachging, konnte Schützeberg nicht beantworten. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehöre er keiner rechtsextremen Vereinigung an.

Die Motive des Mannes, Öl auf Landstraßen zu gießen, stehen noch nicht fest. „Es ist bei psychisch kranken Straftätern schwierig, die genauen Tatmotive zu ermitteln“, sagte Schützeberg. „Eine gewisse Verärgerung über Motorradfahrer hat bei seinen Taten aber wohl eine Rolle gespielt.“

Weil ein 47 Jahre alter Motorradfahrer mit seiner Maschine auf einer von dem Stolberger gelegten Ölspur weggerutscht war und sich verletzt hatte, ermittelte die Staatsanwaltschaft nicht nur wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, sondern vor allem wegen versuchten Mordes. Sollten die weiteren Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft das Geständnis des Mannes bestätigen und würde der Mann, wovon die Staatsanwaltschaft im Moment ausgeht, schuldunfähig sein, wird keine Anklage gegen ihn erhoben. Ersatzweise würde die Staatsanwaltschaft eine sogenannte Antragsschrift beim Aachener Landgericht einreichen, sagte Schützeberg. Das Ziel dieser Antragsschrift wäre die dauerhafte Unterbringung des 26-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung. Stimmt das Landgericht der Antragsschrift zu, würde es aufgrund dessen zu einem Strafprozess mit anschließendem Urteil kommen.

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