Ökumenischer Kirchentag: Gemeinsamer Blick auf die Tradition Luthers

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
14762152.jpg
Im ökumenischen Austausch: Salvatore DiNoia, Gregor Huben, Hans-Peter Bruckhoff, Redmer Studemund und Armin Drack (hinten von links) in der Annakirche. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Geballte theologische Kompetenz in Sachen Ökumene steht für das Programm des Ökumenischen Kirchentags 2017. Dieser findet statt am Samstag, 24. Juni, ab 10 Uhr auf dem Katschhof. Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche zeigen sich voller Vorfreude auf den Tag, auch weil es eigentlich zwei Tage sind.

Denn am Sonntag, 25. Juni, wird ab 16.30 Uhr ein gemeinsamer, ökumenischer Taufgedächtnis- und Bekenntnis-Gottesdienst im Dom, der Annakirche und der Michaelskirche gefeiert und das Fest abrunden.

„Das ist gelebte Ökumene“, unterstrich Hans-Peter Bruckhoff von der ausrichtenden evangelischen Kirche den Sinn der Veranstaltung und hob gleichzeitig die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Konfessionen hervor. Aus Anlass des Lutherjahres und der 500 Jahre Reformation ist die evangelische Kirche zwar Gastgeber, die anwesenden Organisatoren sehen den Tag aber als eine Gemeinschaftsproduktion.

„Die Zeiten, in denen sich die evangelischen Glaubensanhänger dadurch definierten, dass sie sich als nicht katholisch bezeichneten, sind vorbei. Die Menschen brauchen Antworten auf die Fragen unserer Zeit, gemeinsame Antworten sind da der richtige Weg“, zeigte er sich zutiefst von der ökumenischen Idee überzeugt.

Armin Drack, Ökumene-Referent des evangelischen Kirchenkreises, schilderte begeistert das Programm für den Samstag: „50 verschiedene Organisationen und Verbände bauen eine richtige Budenstadt auf dem Katschhof auf, und diesmal haben wir zusätzlich eine Bühne mit tollen und sehr unterschiedlichen Musik- und Zirkusaufführungen eingeplant“ – für ihn ein äußeres Zeichen für die Unterschiedlichkeit der Geschmäcker, der Menschen und der Fragen, welche die Menschen bewegen.

So kommen Chöre, Big Bands, Showdancegruppen ebenso auf die Bühnenbretter wie Posaunenchöre und Bach-Choräle oder eine afrikanische Trommlergruppe. „Wir hoffen, viele Menschen aus der ganzen Region motivieren zu können, bei einem Besuch auf dem Katschhof ein Zeichen für den Willen zu setzen, gemeinsame Lösungen und Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu erhalten. Wir als Kirche haben nicht das exklusive Wissen um Lösungen parat, wir müssen als Kirchen gemeinsam mit den Menschen diese Antworten durch unsere Konzentration auf Christus erarbeiten“, hoffte Drack auf viele Besucher.

In diesem Zusammenhang zeigten sich die Kirchenvertreter noch einmal begeistert von der großen Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise und unterstrichen noch einmal die Bedeutung von Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und einem friedlichen Umgang miteinander. Redmer Studemund von der evangelischen Kirchengemeinde Aachen formulierte plakativ: „Wir sind am 24. Juni bunt im Auftritt, aber klar und deutlich in der Aussage“.

Den Würdenträgern war der Wille zur gemeinsamen Zukunft anzumerken, die Begeisterung für einen gemeinsamen Weg wurde von allen Beteiligten geteilt. Und Monsignore Gregor Huben vom Bistum Aachen stellte sich die Frage: „Können Katholiken überhaupt einen Reformationstag feiern? Natürlich“, gab er sich selbst die Antwort, „wir müssen nur auf das Verbindende schauen. Luther wollte eine stärkere Hinwendung auf Christus, deshalb geht so etwas prima“.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert