„Öcher World Cup“: Jugendarbeit mit Fußballerherz

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
12298128.jpg
Verleihung des Qualitätssiegels für das Fanprojekt: Sebastian Feis, AWO-Vorsitzender Karl Schultheis, AWO-Fachberater Jörg Redenbüsch und Marion Kowal von der Koordinierungsstelle Fanprojekte.
12298127.jpg
Integration auf dem Fußballplatz: In acht von zehn Mannschaften spielten bei der zweiten Auflage des „Öcher World Cup“ unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf dem Trainingsplatz „Hafnarfjördur“ hinter dem Tivoli lieferten sich die Teams „Burtscheid II“ und „Kaspar Xchange“ ein Duell. Zum zweiten Mal hatte das AWO Fanprojekt in Kooperation mit dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Aachen-Stadt und der Alemannia Aachen zum Öcher World Cup eingeladen.

Insgesamt zehn Teams aus den stationären Aachener Jugendhilfeeinrichtungen, einem Flüchtlingsprojekts aus Würselen sowie aus dem Fan-Umfeld der Alemannia waren angetreten. Am Ende wartete jedoch kein Siegerpokal, stattdessen gab es einen Preis für jedes Team, denn im Vordergrund standen der Fairplay-Gedanke und das Miteinander. „Es geht einfach darum, dass wir hier einen schönen Tag haben“, fasste Sebastian Feis zusammen.

Gemeinsam mit Sebastian Schmitt und Bianca Kallies betreut Feis das AWO-Fanprojekt. Das bietet für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dreimal pro Woche einen offenen Treff an, begleitet die jungen Fans auch zu Auslandspielen. „Wir bieten eine Mischung aus klassischer Jugendarbeit, Streetwork und Fanbegleitung“, sagt Feis.

Vor acht Jahren wurde das Fanprojekt mit dem Kreisverband der AWO als Träger aus der Taufe gehoben. Finanziert wird das Fanprojekt mit Mitteln der Städteregion Aachen, des Landes Nordrhein-Westfalen und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Ziel der sozialpädagogischen Fanprojekte ist die Förderung einer positiven Fankultur, Hilfe für Fans in Problemlagen sowie Vernetzung und Kommunikation zwischen den verschiedenen am Fußball beteiligten Parteien. 50 solcher Fanprojekte gibt es inzwischen bundesweit.

In diesem Jahr war Sebastian Feis zum ersten Mal mit einem Team beim bundesweiten Fanprojekte-Turnier in Berlin, das parallel zum DFB-Pokalfinale ausgetragen wurde. Das bunte Team mit zwei Ultras und acht Flüchtlingen belegte auf Anhieb den dritten Platz. Der zweite Öcher World Cup bildete auch den Rahmen für die Vergabe des Qualitätssiegels „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ von der Koordinationsstelle Fanprojekte. Dieser Koordinationsstelle gehören unter anderem der DFB, die deutsche Sportjugend, die Deutsche Fußball Liga und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte an. Von der Koordinationsstelle war Marion Kowal nach Aachen gereist und überreichte das Qualitätssiegel an Karl Schultheis, der als Vorsitzender des AWO-Kreisverbands die Auszeichnung entgegennahm. Der World Cup sei genau das, was ein Fanprojekt ausmache, meinte Kowal: „Sich vernetzen, kommunale Strukturen nutzen und verschiedene Gruppen zusammenbringen.“

Für Schultheis ist das Qualitätssiegel auch ein Auftrag, weiterhin nach der Grundlage des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit zu arbeiten und zu schauen, wo die Arbeit noch verbessert werden kann. Luft nach oben gäbe es definitiv noch beim Raumangebot, denn die 2012 bezogenen Räume bieten nicht genug Platz für die betreuten Jugendlichen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert