Öcher Wasser für den designierten Ritter

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Ein Prosit auf den designierten Ordensritter: Cem Özdemir gönnte sich am Samstag zusammen mit den Moderatoren Manfred Kutsch (r.) und David Lulley (Mitte) beim AKV-Prinzenempfang in der Rotunde des Elisenbrunnens ein Gläschen echt Öcher Heilwasser. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. In einen Narrentempel hat sich am Samstagmorgen die Rotunde des Elisenbrunnens verwandelt. Hunderte Öcher fanden sich dort ab 11.11 Uhr ein, um das traditionelle „Bad in der Menge“ des designierten Ordensritters des AKV mitzuerleben.

Vor dem Eintreffen von Cem Özdemir stimmten Lena (8) und Niklas (12) als „Geschwister in der Bütt“ sowie Dirk von Pezold als Lennet Kann die Zuschauer ein. Begeistert hiervon zeigten sich auch die 82 Naumburger Gäste, die anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft in Aachen weilten. „Wir sind total vom Aachener Karneval überrascht“, so Naumburgs Oberbürgermeister Bernhard Küper.

Moderatorenduo

Eskortiert vom Musikzug der Oecher Penn, der Aachener Prinzengarde, dem AKV-Senat, Ordenskanzler Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck und Ritterin Heide Simonis traf Özdemir gegen 12 Uhr in der Rotunde ein und stellte sich auf der Bühne den Fragen des Moderatorenduos, AKV-Elferrat David Lulley und AZ-Redakteur Manfred Kutsch. Gefragt nach seiner Bindung zu Aachen, lautete mit Blick auf die schwefelhaltigen Quellen die schlagfertige Antwort: „Ich genieße hier immer die wunderbare Luft und freue mich darauf, dass ich auch gleich ein Glas Brunnenwasser trinken werde.“ Und wer diesen Härtetest überstehe, der könne auch die Grünen führen, sagte er – und trank mutig sein Glas leer.

Kostproben seines schwäbischen Humors ließen erkennen, dass Cem Özdemir ein wahrer Ritter Wider den tierischen Ernst ist. So erzählte er von einer Wahlkampagne, bei der er im Schwabenland als Kandidat für das Bürgermeisteramt antrat. Er hatte sich mitten unter die Zuhörer gemischt, als eine Frau vor ihm mit Blick auf das Wahlplakat erstaunt sagte: „Das ist ja ein Türke.“ Überrascht war sie, als Özdemir sie ansprach und erklärte, er sei Deutscher. „Dann trägt Ihre Frau ein Kopftuch?“ Erneute Überraschung für sie, denn die Antwort lautete: „Nein, Kopftücher habe ich zuerst bei den Landfrauen in Bad Urach gesehen.“ Verständlich also war Özdemirs humorvolle Reaktion, als AKV-Präsident Werner Pfeil auch die Gattin des Ritters 2013, Pia Maria Castro, auf die Bühne bat. „Sie trägt aber keine Burka, es ging zu schnell, als wir das Hotel verließen“, scherzte er. Und wie hat sie auf die Nachricht reagiert, ihr Mann werde AKV-Ritter? „Da brauchte ich unbedingt einen Termin beim Frisör und ein neues Kleid.“

Vor dem Talk am Elisenbrunnen hatte Cem Özdemir im Dom an einer Heiligen Messe teilgenommen, die Dompropst Helmut Poquet zelebrierte. Nun überraschte er als „Muselman“ mit seiner bibelfesten Kenntnis der Bergpredigt: „Richtet nicht und wisset, dass auch Ihr gerichtet werdet.“ Am Samstagmittag hatte Cem Özdemir die Herzen der Aachener auf jeden Fall im Sturm erobert. Nur wenige Stunden später sollte ihm dies im Eurogress ebenfalls gelingen.

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