„Öcher Verzäll“: Publikum rast vor lauter Begeisterung

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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„Neä wat en Ferkenserejj“: Im neuen Stück des „Öcher Verzäll“ geht es wahrlich drunter und drüber. Der Theaterverein feiert überdies in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Witzig, spritzig und mit begeisterndem Zusammenspiel des Darstellerteams aufgeführt, stand die diesjährige Aachen-Premiere des Vereins für Theateraufführungen „Öcher Verzäll“ im Brüsselsaal des Eurogress unter einem guten Stern.

„Neä wat en Ferkenserejj“ hieß das löstelich Stöcksje ee dreij Opzög. Immer und immer wieder rastete das Publikum vor Begeisterung aus. Herrlich verstanden es die Darsteller, sich gegenseitig die Bälle zuzuwerfen und die Partner beziehungsweise Partnerinnen zu schauspielerischen Höchstleistungen herauszufordern. Sie hatten auch allen Grund, ihr Bestes zu geben, war es doch zugleich ihre Aufführung zum 25-jährigen Jubiläum des 1990 gegründeten Theatervereins.

Alles stimmte bei dieser Inszenierung in der kompetenten Regie von Hans Bost, der auch den ursprünglichen Text in Kerkrader Mundart zunächst ins Hochdeutsche übersetzt hatte, den Leo Lauscher (1. Vorsitzender und ebenfalls Darsteller in der Rolle eines Bankfilialleiters) anschließend ins Öcher Platt übertrug und dabei so manchen Gag einbaute. Unterstützt wurde alles durch die helfenden Hände hinter Bühne für Requisite, Maske und Bühnenbau.

48 Probeabende

48 Probenabende lagen hinter der Spielschar. Sein Debüt in einer tragenden Rolle gab dabei Michael Zeitz als Bankangestellter Pitt Kneppscheld. Er hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal überhaupt beim Öcher Verzäll mitgespielt und wurde nun zum gefeierten Darsteller.

Paketweise „Ferkenserejj“

Nimmt man es genau, gab es wenige Nebenrollen und auch die waren typengerecht besetzt: die Polizistin und Vorsitzende des Jungfrauenvereins Soffi Jellessen (Helma Vorhagen), der Finanzbeamte Fränz Raffzahn (Bernd Müller) sowie die Paketzustellerin Hanni Moeße (Rebecca Meis). Durchaus zu den Hauptdarstellern zu zählen sind diesmal auch zwei Damen aus dem Rotlichtmilieu: Rües (Manuela Panzer) und Bäbbche (Yvonne Müller), deren Umgangspraktiken mit den Männern kreischendes Gelächter auslösten.

Ihre Opfer wurden ungewollt: Allewiss Klinkenberg, Bankdirektor und Vorsitzender des Schützenvereins (Karl-Heinz Brunnquell), der eigentlich bei Tüens Mutter Ting Sparbier (Jette Meis) auf Freiersfüßen steht. Sowie eben jener Pitt Kneppscheld, der als hilfsbereiter Freund im Haus von Tüen Sparbier und dessen Frau Marieche (Wilma Kmieckowiak) ein und ausgeht und dabei paketweise die fotografierte „ Ferkenserejj“ durch die Gegend schleppen muss.

Krönender Abschluss als Dankeschön des Theatervereins an das Publikum für seine 25-jährige Treue: der Auftritt von Jupp Ebert, der nicht nur „Os Oche“ anstimmte, sondern auch der Alemannia versicherte: „You‘ll never walk alleng“. Mit seinem Hit: „Wir haben alle einen Knall“ kam Partystimmung auf der Bühne auf und die Spielschar tanzte.

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