„Öcher Quinten“: Nur einmal schweigen sie kurz

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
12440733.jpg
Zwölf Kostproben aus ihrem 80 Stücke umfassenden Repertoire: Die „Öcher Quinten“ überzeugten beim Jubiläumskonzert in der Aula Carolina. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Entschlossenheit von Susanne Echterhagen ist es zu verdanken, dass die „Öcher Quinten“ am Freitagabend in der Aula Carolina ein besonderes Fest feiern konnten: Vor zehn Jahren fasste sie sich ein Herz und rief Florian Zintzen an, ob er nicht neben den Schülern des Kaiser-Karls-Gymnasiums auch Eltern und Lehrer zum Singen bringen könne.

2005 begann der Chor unter dem schnöden Namen „Eltern-Lehrer-Chor“ seine Karriere. Heute können die rund 70 Sängerinnen und Sänger nicht nur einen kreativeren Namen feiern.

Etwas unvorsichtig antwortete Zintzen auf Susanne Echterhagens Anfrage: „Bring die Leute zusammen, dann machen wir das“, wie er beim Jubiläumskonzert erzählte. „Drei Monate später standen sie da und ich im Wort.“ Aus diesem Versprechen ist mittlerweile eine große Freundschaft geworden, die auch beim Jubiläumskonzert zu spüren war: Der Chorleiter stand barfüßig am Pult, die Freude über das gemeinsame Singen war den Chormitgliedern ins Gesicht geschrieben.

Da machte es auch nichts, wenn der Bass einmal davon galoppierte oder die Intonation etwas wackelig herüberkam. Hier wurden mit ansteckender Freude Lieder aus allen Epochen und in sehr verschiedenen Sprachen gesungen. Nicht nur an diesem Abend, sondern bei jeder der bisher geleisteten „744,5 Probenstunden“ und neun Chorwochenenden. Ebenso seit 2010 beim Karlsfest der Schule und bei der Abiturfeier im Aachener Dom. Zweimal waren die Quinten auch schon bei der Chorbiennale dabei.

Beim Jubiläumsabend gab es aus dem 80 Stücke umfassenden Repertoire zwölf Kostproben. Begonnen wurde lateinisch mit „Tu solus qui facis mirabilia“ von Josquin Desprez aus dem 15. Jahrhundert, darauf folgte Französisch („C‘est L‘Agneau de Dieu“) und Italienisch („Il bianco e dolce cigno“).

Auf „Ihr Mächtigen, ich will nicht singen“ stand ein englischsprachiger Block im Programm – die ersten acht Takte der Hymne „Viva la Vida“ von Coldplay sangen die Quinten allerdings schweigend. „Aus Protest!“, wie der Moderator augenzwinkernd verriet. „Nach langer Diskussion haben wir uns entschieden, aus Protest wegen des Brexits doch nicht alle englischsprachigen Lieder wegzulassen. Aber ein Zeichen wollen wir setzen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert