Öcher Platt und ein liebevoller Anhänger der Aachener Mundart

Von: Peter Schopp
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Rückendeckung durch die Familie: Marcel Vergöls hat in Töchterchen Annika ebenso einen Fan wie in Gattin Birgit. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Dies ist die Geschichte eines Mannes, der eigentlich nur Veranstaltungstermine zusammensuchen will, die mit seiner großen Liebe, dem Öcher Platt, zu tun haben. Das Resultat ist Freizeit-Vollbeschäftigung, aktive Teilnahme am Vereinsleben mehrerer Vereine, Verantwortlichkeit für so manche Internetseite und, und, und… Doch der Reihe nach.

Marcel Vergöls, der Liebe wegen nach Aachen eingeheirateter 38-jähriger Eschweiler, ist leidenschaftlicher Anhänger der Aachener Mundart. Wo immer er eine Möglichkeit sieht, besucht er mit Gattin die Alt-Aachener-Bühne. Das reichen ihm und seiner Frau bald nicht mehr.

Deshalb geht Vergöls auf die Suche nach Alternativen, lernt so die Würselener, Eilendorfer und Bardenberger Mundartbühnen kennen. Natürlich kommen über den Karneval Berührungen mit den einschlägigen Sängern und Gruppen zustande, mit „De Spetzbouve“, „De Pöngche“, „De Originale“, deren Liedtitel „Dat es Oche“ später Namensgeber für seine Internetseite werden wird. Er lernt die Aufführungen des Schängchens kennen und lieben, vor allem die Karnevalsaufführungen liegen ihm am Herzen.

Außerdem ist der Kontakt zum Verein Öcher Platt ein Muss, die aufstrebende Kabarettszene, die sich des Öcher Platts bedient, ebenso. Und zu all diesen Protagonisten listet Vergöls die Termine der Veranstaltungen auf – und denkt sich irgendwann: „Vielleicht interessiert das ja auch noch andere Menschen?“ Das ist die Geburtsstunde seiner Seite „Dat-es-Oche.de“.

Ein Stück Heimat

Anfangs hat er die Veranstaltungen noch auf seiner privaten Homepage aufgeführt, bis die nächste Dimension erreicht wird. „Zuhause haben wir nur noch wenig Platt gesprochen“, erinnert er sich an die Jugendzeit, „dabei ist Mundart doch ein Stück Heimat, ein Stück Identität“. Sein Großvater hat schon auf Heimatbühnenbrettern gestanden, und Vergöls möchte einfach verhindern, dass das Öcher Platt ausstirbt, sei es nun mit „Ieledörper, Eijschwieler“ oder sonstigem Idiom. Da er selbst IT-Fachmann in einem Alsdorfer Unternehmen ist, hat er sich seinen Internetauftritt selbst gebastelt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und weil sich gewisse Dinge über Bilder besser transportieren lassen, beginnt er irgendwann auch noch, die Fotos bei den Auftritten selber zu machen. Sein Besuch wird bei den Veranstaltungen zum festen Bestandteil und es dauert nicht lange, da entstehen innige Kontakte zu den Vereinen und Protagonisten. Mittlerweile informieren manche Künstler ihn bereits von sich aus über anstehende Auftritte, damit er sie auf seiner Seite veröffentlicht.

Der Karnevalsverein Koe Jonge Richterich, bei denen seine Frau Birgit und Tochter Annika aktiv sind, fragt unterdessen, ob er sich „ein bisschen um die Homepage kümmern kann“. Es folgen andere Vereine, und so wächst die Zahl der süßen Pflichten in gleichem Tempo, wie die Zahl der freien Stunden sinkt. „Ich habe keine Ahnung, wie groß der Zeitaufwand für mein Hobby ist“, rätselt Vergöls. Der finanzielle Aufwand jedenfalls hält sich Gott sei Dank in Grenzen. Er betont, dass er seine Hilfe ehrenamtlich zur Verfügung stellt, das sei Ehrensache.

Bald neue Termine

Ihm selbst fehlt innerhalb der Mundart-Szene etwas die Struktur, auch da soll seine Seite das Ihre dazutun. Vor allem aber hat er einen Herzenswunsch: „Wem an der Mundart gelegen ist, der muss die Kinder ansprechen. Es gibt viele gute Ideen, mit denen das Öcher Platt in Schulen und Vereine transportiert werden und dort seine Nische finden kann“, ist er überzeugt. Er bespricht einiges davon im Moment mit Dr. Manfred Birmans vom Verein Öcher Platt. Und sehr wahrscheinlich kann Marcel Vergöls bald wieder neue Termine auf seiner Seite veröffentlichen.

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