Oecher Penn ehrt Ulla Schmidt mit dem Pegasus-Orden

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Öcher Mäddche mit Herz und Verstand: Bundesministerin a.D. Ulla Schmidt nahm den Pegasus-Orden von Penn-Kommandant Jürgen Brammertz (rechts) entgegen. Für eine launig-amüsante Laudatio sorgte Entertainer Jürgen von der Lippe. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Hömmele va Lü hatten sich im Wappensaal des Marschiertores eingefunden – kein Wunder: Im Mittelpunkt stand Bundesgesundheitsministerin a.D. Ulla Schmidt, die von der Oecher Penn als erste Frau der Neuzeit mit dem Pegasus-Orden ausgezeichnet wurde.

In seinem Grußwort hob Penn-Kommandant Jürgen Brammertz hervor, dass die neue Ordensträgerin stets ein bekennendes „Öcher Mäddche met Öcher Hazz än Jeföühl“ geblieben sei. Soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der Frau seien ihr stets ganz besondere Anliegen gewesen.

Nach Jürgen Linden, Wendelin Haverkamp, Dieter Philipp und Jürgen Becker war 2010 der Showmaster und Kabarettist Jürgen von der Lippe mit dem Pegasus-Orden ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio bewies der bekannte Entertainer einmal mehr Esprit, Wortwitz und Feinfühligkeit des aus Ost-Westfalen Zugereisten, der in Aachen aufgewachsen ist.

„Wer Dialekt spricht, ist immer für eine Parodie gut“, sagte von der Lippe und bezog sich auf einen häufig zitierten Vermerk aus dem Lehramtsdiplom von Ulla Schmidt: „Eine weniger mundartbezogene Sprache wäre wünschenswert“. Dialekt aber weise den Weg zu den Herzen. Als Merkels „resistenteste Ministerin“ sei Schmidt „eine Stärke ausstrahlende Persönlichkeit von heiterer Macht, mit einem riesengroßen Herzen für Menschen, denen das Leben nicht so gut mitgespielt hat“.

Nach der Verleihung des Pegasus-Ordens, von Goldschmiedemeister Prosper Brüderlin in Form des Marschiertores gestaltet, bestieg Ulla Schmidt selbst das geflügelte Pegasus-Pferd, das der griechischen Mythologie nach das geflügelte Wort und die dichterische Fantasie symbolisiert.

„Mir liegt die Heimat auf der Zunge“, bekannte sich die neue Ordensträgerin zum Öcher Platt. Nicht umsonst heiße es: „Wo man singt, da lass’ dich ruhig nieder, nur böse Menschen lieben keine Lieder“. Englisch müsse man sprechen können, um sich mit der Welt zu verständigen. Öcher Platt aber, um sich mit den nettesten Menschen der Welt zu unterhalten.

Und der Öcher Lebensart entspreche auch ihre eigene Lebensphilosophie: „Willst du einem die Zähne zeigen, versuche es mit einem Lächeln“. Natürlich ließ sie sich aber auch nicht die Chance nehmen, für mehr Gleichberechtigung einzutreten. „In Aachen haben die Männer das Sagen. Aber die Stadt hatte und hat auch starke Frauen“, sagte sie. Bertrada, Kaiser Karls Mutter, Clara Fey, Luise Hensel, Waltraut Kruse nannte sie als leuchtende Beispiele. „Wenn man über Aachen spricht, muss man über Männer und Frauen sprechen“, lautete ihr Fazit.

Zu Beginn hatte die große Gästeschar Ulla Schmidt übrigens mit einem Ständchen auch zu ihrem Geburtstag vom Vortag gratuliert. Ihrem Wunsch entsprechend, waren Lukullisches aus der italienischen Küche sowie Musikalisches auf Swing-Sound der 30er und 40er Jahre abgestimmt, dargeboten von „Fräulein Inge und Mister Mike“ aus Wuppertal.

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