„Öcher Oscar” geht an den ersten Bürger

Von: Gerd Simons
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Neuer Träger des Krüzzbrür-
Neuer Träger des Krüzzbrür-Ordens: Pfarrer Franz-Josef Radler (l.), Vorsitzender Franz Josef Staat und Präsident Martin Waldeck (r.) zeichneten Oberbürgermeister Marcel Philipp (2.v.r.) aus. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Fortsetzungen im Fernsehen werden nicht selten langatmig oder langweilig. Fortsetzungen im richtigen Leben können das Salz in der Suppe sein, so wie bei den lustigen „Kreuz”-Brüdern des Pfarrausschusses Heilig Kreuz, die Persönlichkeiten mit ihrem beliebten „Krüzzbrür-Orden” auszeichnen.

Ihr privates Fernsehstudio ist die Gaststätte „Am Knipp”, die für diese illustre Männerrunde auch am Ruhetag ihre Pforten öffnet. Zum 40. Mal haben die „Krüzzbrür” ihren Orden verliehen. Neuer Ordensbruder ist Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Der überdimensionale, über 80-köpfige Stammtisch, ausschließlich eine Herrenrunde, bei der Damen noch nicht mal als Servicekräfte zugelassen sind, gilt für nicht wenige als einer der Höhepunkte im närrischen Veranstaltungskalender.

Die Herrenrunde bleibt standhaft, auch wenn immer wieder die Frauenquote eingefordert wird, so wie in diesem Jahr von der Aachener Journalistin Jutta Katsaitis-Schmitz. OB Philipp betätigte sich als „Maulwurf” und brachte der engagierten Journalistin ein paar von ihm selbst geschossene „geheime” Fotos der Veranstaltung mit.

Illustre und humorvolle Runde

Der Herrenabend ist eine illustre und humorvolle Runde, in der spontane Wortmeldungen nicht nur erwünscht, sondern erwartet werden. Das führte dazu, dass Leo Bardenheuer, Moderator des Abends, über weit mehr als eine Stunde die Gäste zu begrüßen versuchte, dabei aber ständig mit viel Mutterwitz unterbrochen wurde. „Ich begrüße vor allem die, die nicht da sind”, versuchte sich Bardenheuer zu retten. „Das ist ja ein Durcheinander hier, wie im Bundestag! Die reden auch immer durcheinander!”

Zwischendurch beschwerte sich „Bruder” Manfred Birmanns immer wieder, dass er Hunger habe und jetzt endlich ans kalte Buffet mit Lachsersatz und Puttes wolle. Nach einer kollektiven Stärkung hielt Vorjahrespreisträger Professor Dr. Ulrich Lüke die Laudatio. Darin sezierte er in wissenschaftlichem Fachchinesisch den Titel „Oberbürgermeister” und den Namen „Marcel Philipp” und erklärte deren eigentliche Bedeutung.

„Ihr habt alle gelacht, also muss es gut und witzig gewesen sein. Ich habe aber nichts verstanden, weil ich nur Hochdeutsch und Öcher Platt kann”, warf Platt-Ikone Hein Engelhardt unter großem Gelächter in die Runde. „Ich mach dat, wat ich kann”, sagte Engelhardt, und trug ein Gedicht vor, dass er für den neuen Krüzzbrür-Ordensritter geschrieben hatte. Er beschreibt darin in herrlichem Öcher Platt den OB als „dr ischte Börjer en os staatse Kejjserstadt, deä bestemmt en jrueße Kess voll Ordens hat, die häe Stöck för Stöck verdengt, deä at van klengop an sing Heämet hängt.” Er habe nun von den Krüzzbrürn den „Öcher Oscar” bekommen und könne sich jetzt Freiherr Marcel von Pontdriesch nennen.

Zum Abschluss der Männerrunde musste dann noch die Städteregion herhalten, und die „Ätschies” wurde lauthals besungen, wobei sich einige der Herren Papiermasken mit dem Konterfei des Städteregionsrats Etschenberg vor ihre Gesichter hielten. Nach dem unverzichtbaren „Chianti-Wein”, das von Willi Schell intoniert wurde, ging ein amüsanter Abend zu Ende.
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