Öcher Nölde nehmen Politik und AKV aufs Korn

Von: Günther Sander
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Die Aachener sind stolz auf ihre Öcher Nölde, bei denen Manni der Huusmeäster und Co. den Politikern Rundumschläge versetzen. Foto: Ratajzak

Aachen. Die Münchner haben ihren Nockherberg mit der Starkbierprobe, bei der Bruder Barnabas den Politikern „kräftig einschenkt” und sie abwatscht. Die Aachener sind stolz auf ihre Öcher Nölde, bei denen Manni der Huusmeäster und Co. den Politikern Rundumschläge versetzen.

Ein wahrer „politischer Aschermittwoch” war die Premiere ihres neuen Programms ,,Da kommste mit am liejen” am Samstag im Pius-Gymnasium.

Merkel, Westerwelle, Rüttgers, Berlusconi, die katholische Kirche und natürlich der AKV bekamen kräftig ihr Fett weg. Und die Musik spielte dazu, die Spitzen-Como „Jazzlite.” Conférencier Jan Savelsberg, schlagfertig wie immer, hatte wichtige Ereignisse aufs Korn genommen. Angela wurde zum kuschenden Hauskätzchen, der Polittiger zur lahmen Ente, der Chor der deutschen Bischöfe singt „Es tut uns leid” und Dirk von Petzold stimmt „Der Lennet kann mich mal” an.

Für die Art und Weise, wie der AKV mit der Kritik umgegangen sei, müsse er sich selbst den Orden verleihen. Margot Käßmann sei zurückgetreten, Präsident Wollgarten mache weiter. „Es war eine schöne Sitzung.” Von der schönen neuen Welt sangen Jan Savelsberg und Eva Arns, den Hauskrach eines Öcher Ehepaares (Harald Brammertz, Marianne Windmüller) auf Öcher Platt übersetzte in Hochdeutsch Kerstin Lenz. Zebbedejjes und Suufköpp waren eher harmlose Formulierungen.

Zur Gesundheitsreform 4 referierte Bundesgesundheitsminister Rösler (Herbert Dejosez), er empfahl den Sprung von der Kopfprämie zur Flatrate. Saunaatmosphäre vermittelten Dr. Krieger (Horst Kreuz) und Frau Schmattke (Ulla Liermann). Und dann ein Hochgenuss: dat Geli (Angelika Kutsch) mit köstlichen Erlebnissen auf der Suche nach einem prophezeiten Traum von Mann im Internet. Treffpunkt „Stehgraa”, Erkennungszeichen Alemannenschal. 30 Schal-Typen saßen da, als die „Königin der Nacht” erschien. Im Center-TV hat sie ihn dann erspäht: Marcel, den neuen OB. Das gesamte Nölde-Team besang den Tanzpalast.

„Wo bist Du”, hieß der Willkommensgruß im Club der einsamen Herzen. Am Ende die Frage: „Zu mir oder zu Dir?” Den Niedergang der SPD analysierten die Genossen Harald Brammertz, Manfred Savelsberg, Herbert Dejosez, Horst Kreuz, Marlene Menten und die „reinschnuppernde” Verena Clemens. Obwohl auf Abi und Studium verzichtet, war Eva-Maria Arns „sehr glücklich.” Früher war es schöner, berichteten ältere Damen bei einer Busfahrt.

„Nicht mein Problem”, sangen Eva-Maria Arns und Jan Savelsberg, ehe Familienberater Christian Menten seiner Klientin (Verena Clemens) den „Familienbetrieb” zur Einsparung ihrer Ausgaben empfahl.

Drehschwindel von all den Nullen Den Höhepunkt bildete Manni der Huusmeäster (Manfred Savelsberg). Mit seinem Ex-Chef Jürgen war er, auf die Größe anspielend, bisher stets immer „Auge in Auge”. Wo der neue OB Bauchschmerzen hat, hat Manni Kopfschmerzen. „Ich war es nicht gewöhnt, zu meinem Chef aufzuschauen.” Den Neuen nennt er liebevoll „Phlippi”, das ist modern und cool. Von all den Zahlen mit den vielen Nullen hat Manni Drehschwindel bekommen. Die Politiker sprechen nur noch von Milliarden. Wenn es um Hilfen und Kinder geht, nur von Einern und Zehnern. „Da kommste mit am liejen.”

Spitze war der Superhit „Berlusconi”, den Manni mit Sohn Jan anstimmte: „Berlusconi, Mafiosi, Schlitz in Hosi.” „Der moss ömmer jet lappe.” Da hielt es keinen mehr auf den Stühlen. Stürmischer Applaus, Blumen und Küsschen waren der Dank des Publikums an ein „Spitzenteam des Öcher Kabaretts” für drei vergnügliche Stunden.
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