Öcher Nölde: „Doe kannste ens kicke!“ bietet Aktuelles und ein „Best-of“

Von: Nina Krüsmann
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Im Wartezimmer: Im Gegensatz zum Mitpatienten rechts hofft Hausmeister Manfred Savelsberg noch auf den Arzt. Foto: Nina Krüsmann
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Andere Saiten: Angeführt von Oliver Lutter (rechts) schlagen die Nölde ganz bewusst schräge Töne an. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. Manni, der Huusmeäster und seine Kabarettistenschar haben es drauf – das Premierenpublikum staunte nicht schlecht, was die Öcher Nölde alles zu bieten hatten: Im 21. Programm machten sie dem Titel „Doe kannste ens kicke!“ alle Ehre und boten einen kabarettistischen Parforceritt durch das aktuelle Lokalgeschehen, die Politik und ein Best Of aus 20 Jahren.

Zur Begrüßung singen alle Nölde den „Banana“-Song. Gleich zu Beginn hat dann Nölde-Chef Manfred Savelsberg die Bühne für sich, in seiner Rolle als letzter Arbeitsloser im Jahr 2025, der Schauspieler für ein Arbeitslosenmuseum engagiert hat und eine Arbeitslosendarsteller-Schauspielschule betreibt. In Feinripp und Jogginghose hängt er stilecht ab, natürlich mit Cola und Chips...

Moderator Jan Savelsberg amüsierte das Publikum unter anderem mit seinem „Ernährungstagebuch“ so sehr, dass viele gar nicht mehr aufhören konnten zu lachen. Zu präsent ist vielen der ganz alltägliche Wahnsinn rund um Diäten, Lebensmittelunverträglichkeiten und Co. Die Steinzeitdiät hat Jan Savelsberg am Ende dann doch lieber sein lassen – und sich stattdessen eine Steinofenpizza genehmigt.

Das Essen bewegt auch Angelika Kutsch, die bei einem Kochkurs mitgemacht hat und dabei eine ganz besondere Schürze hervorgezaubert hat. So stand sie dank des bedruckten Stoffes so gut wie im Bikini am Herd und sorgte für reichlich Wirbel.

Später hatte Jan Savelsberg dann noch ein lachmuskelbewegendes Tagebuch über die Organisation einer Geburtstagsparty für die Kinder von heute parat. Das Fazit fiel deutlich aus: Wer heutzutage mit alten Kinderspielen und Bockwurst mit Pommes aufwartet, kann die Jüngsten nicht hinterm Ofen hervorlocken. Wenn es nicht mindestens die Aufnahme eigener Songs im eigens gemieteten Tonstudio oder ein Tauchkurs ist, hat man schon verloren.

Vater Savelsberg widmete sich indes dem Thema „Gesundheit“, das die Nölde in allen Jahren bewegt hatte. In der Notaufnahme sah das Publikum ihn neben einem Skelett sitzen. Und als Patient Savelsberg den Überweisungsschein aus seiner Hand nahm, musste er zur Kenntnis nehmen, dass der arme Geselle bereits seit zwölf Jahren wartet. Es war eine herrliche Persiflage auf das Dilemma der Kassenpatienten, fein gewürzt mit Anekdoten aus dem Wartezimmer, wie sie so oder so ähnlich jeder schon einmal erlebt hat.

Die schrecklich vielen Baustellen in Aachen, das Hin und Her um das Laufhaus an der Antoniusstraße und unvermeidlich auch die AfD bekommen ihr Fett weg.

Oft wurden die Nölde schon gefragt, ob sie nicht eine CD mit einem Best-of ihrer Lieder veröffentlichen können. Stattdessen gibt es nun live auf der Bühne einen Zusammenschnitt der beliebtesten Darbietungen, bei denen man als Stammgast der Nölde manches auf den ersten Ton wiedererkennt.

Zum letzten Mal gab gibt es mit dem aktuellen Programm die Öcher Nölde in der bekannten Form und Größenordnung zu erleben. Für das 21. Programm „Doe kannste ens kicke!“ gibt es für die beiden letzten Vorstellungen am 18. und 19. November im Einhard-Gymnasium noch Restkarten gibt es im Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz (montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr) sowie im Verlagsgebäude an der Dresdener Straße (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 14 Uhr) und an der Abendkasse.

Marlene und Manfred Savelsberg haben die Kabarettgruppe, in der auch das Öcher Platt gepflegt wird, einst gegründet. Zu den übrigen Gründungsmitgliedern der Öcher Nölde gehören: Brigitte Becker, Harald Brammertz, Resi und Herbert Dejosez, Angelika Kutsch, Ulla Liermann, Marianne und Hans-Peter Windmüller, Marlene und Helmut Menten. Später erweiterte sich der Kreis um die jungen Schauspieler vom Theater „Ejjene Rommelepott“, die inzwischen wichtige Säulen der Nölde sind: Jan Savelsberg, Verena Clemens, Kerstin Lenz, Christian Menten und Eva Arns.

Heute sind folgende Nölde aktiv: Jan Savelsberg, Ulla Liermann, Harald Brammertz, Christian Menten, Horst Kreutz, Kerstin Lenz, Angelika Kutsch, Manfred Savelsberg, Marianne Windmüller und Verena Clemens. Brigitte Becker ist Souffleuse, Jochen Baltes, Robert Kutsch, Hans Peter Windmüller kümmern sich um die Technik. Die Texte stammen von Marlene, Manfred und Jan Savelsberg, Kerstin Lenz, Angelika Kutsch und Horst Kreutz. Erne Kampmeier ist der Ukulelenlehrer.

Das Sahnehäubchen auf den raffinierten Kabarettnummern ist die musikalische Begleitung durch die Combo Jazzlite, die vom ersten Programm an dabei ist. Mit feinen Klängen begleiten sie einzelne Nummern, sorgen für die passenden Zwischentöne. „Ohne Jazzlite keine Nölde“, meinte Manfred Savelsberg und dankte Markus Bothe am Bass, Boris Bansbach am Saxofon, Oliver Lutter an den Drums und Claus Thormälen an den Keyboards.

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