Aachen - „Oecher Fastelovvendsschau“: Am Ende taucht Jürgen Drews doch noch auf

„Oecher Fastelovvendsschau“: Am Ende taucht Jürgen Drews doch noch auf

Von: Robert Esser
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Tradition und Party: Die neue Tanzmarie der Prinzengarde, Inga Dahlen, und Partner Sandro Gallazini feierten im Eurogress eine gelungene Premiere. Foto: Andreas Steindl
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Als die Sänger der Hermes House Band, Miss Sally (1.v.l.) und Jop (1.v.r.), die Polonaise starteten, stand der Saal sofort Kopf. Foto: Andreas Steindl
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Mittendrin: Prinz Mike I. rührte einige Jecken mit seiner Ballade „Kenger va os Stadt“ zu Freudentränen. Foto: Andreas Steindl
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Flexibel und souverän: Prinzengarden-Kommandant Dirk Trampen parierte die Showausfälle bestens. Foto: Andreas Steindl
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Artistik: Die Tanzgruppe Kammerkätzchen und Kammerdiener begeisterte mit Akrobatik und Anmut. Foto: Andreas Steindl
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Höhepunkt der Schau: die 4 Amigos Uwe und René Brandt, Stefan Beuel und Dietmar Ritterbecks. Foto: Andreas Steindl
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Stimmungswunder: Die Band Tacheles mit Frontmann Rainer Schuster riss die Narren mit. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nach Mitternacht taucht Jürgen Drews dann doch noch auf der Bühne auf. Und singt „Ein Bett im Kornfeld“ im Foyer bei den „Wheels“. Die Narren grölen. Natürlich nur eine perfekte Persiflage. Thomas Muckel aus dem Hofstaat von Prinz Mike I. schmuggelte sich – nach dem offiziellen Programm – verkleidet als König von Mallorca ins Rampenlicht.

Denn der echte Drews hatte der Prinzengarde trotz Vertrags wegen eines Fernsehauftritts einen Korb gegeben. Kein Problem. Prinzengarden-Kommandant Dirk Trampen zauberte die beiden Sänger der Hermes House Band, Miss Sally und Jop, aus dem Hut und ins Eurogress. Die beiden Stimmungsprofis aus den Niederlanden („Life is Life“, „Country Roads“, „Football‘s Coming Home“) bedienten sich fröhlich im Plattenschrank der populärsten Partykracher und blieben am Samstagabend nicht der einzige Höhepunkt der „Oecher Fastelovvendsschau“ vor 1325 Gästen – viele in festlicher Abendgarderobe, die meisten im Kostüm.

Es wurde viel gelacht, getanzt – und vor allem mitgesungen. Denn nachdem der einzige blasse Wortbeitrag des Abends – Comedian Christian Pape – überstanden war, durfte ausgelassen gefeiert werden. Ein Spagat: von der Premiere der neuen Gardentanzmarie Inga Dahlen mit Partner Sandro Gallazini bis zur Hermes-Version von „Ring Of Fire“. Tradition gepaart mit Ballermann-Flair, dazu ein saftiger Schuss Lokalkolorit – das ist das bewährte Erfolgsrezept der Prinzengarde.

Prinz Mike I. und sein Hofstaat überzeugten dabei nicht nur nach der Show im Foyer, sondern auch vorher im Saal. Seine Lieder besitzen Hitpotenzial: „Wir ha‘m das Fieber“ mit Videopremiere, der „Öcher Style“ und die zauberhafte Heimatballade „Kenger va os Stadt“. Da sang der Narrenherrscher live mitten im Publikum auf einem Tisch sitzend. Spot an, Gänsehaut. Und dies, obwohl sich ein Eurogress-Techniker hoch oben in der Tonloge des Saals durch verfrühtes Stummschalten des Musikplaybacks alle Mühe gab, den Prinzenauftritt zu stören.

Dass eine komplette Programmnummer (Stimmenimitator Mr. Tomm) während der laufenden Show absagte – ebenfalls kein Ding. Dafür durfte die sensationelle Formation „Tacheles“ mit dem charismatischen Sänger Rainer Schuster umso länger Ohrwurm an Ohrwurm reihen. Der Saal war außer Rand und Band. Die Tanzgruppe „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ faszinierte mit atemberaubender Akrobatik, die Kapelle der Prinzengarde stopfte ausfallbedingte Programmlöcher ganz prima. Und Dirk Trampen beeindruckte das Publikum ein weiteres Mal mit beispielloser Gedächtnisleistung. Auswendig begrüßte er – ohne jedes Moderationskärtchen – gefühlt 100 Ehrengäste am Stück.

Besonderen Applaus und ein Ständchen erntete Aachens „Alt-OB“ Dr. Jürgen Linden, der an diesem Abend seinen 71. Geburtstag bei der Garde feierte. Zwei mal elf Jahre auf Aachener Bühnen feiern indes die 4 Amigos Uwe und René Brandt, Stefan Beuel und Dietmar Ritterbecks. Ihr langer Auftritt zum Finale war ohne jeden Zweifel der Stimmungshöhepunkt der Fastelovvendsschau. Diesmal stimmte auch der Sound. Die Amigos können eben beides: Vollgas mit „Alaaf der Öcher Scheng“ und berührend ruhig mit gefühlvollen neuen Titeln. Sagenhaft. Pure Begeisterung. So etwas könnte selbst ein originaler Jürgen Drews in Aachen nicht. Weder vor noch nach Mitternacht.

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